Veolia Aktie: Milliardenvertrag noch unter Prüfung

Symbolbild, KI-generiert

Der Metropolrat setzte Veolia im Vergabeverfahren an die Spitze; eine abschließende Prüfung steht vor der Bestätigung noch aus.

Auf einen Blick:
  • Acht Gemeinden im Umland Barcelonas versorgt
  • Konzession über 25 Jahre vorgesehen
  • Abschließende Prüfung vor Vertragsbestätigung ausstehend
  • Investitionsprogramm von rund 176 Millionen Euro geplant

Ein Großauftrag in Katalonien stärkt das langfristige Geschäft von Veolia. Wie die Nachrichtenagentur Reuters heute meldete, hat sich der französische Umweltkonzern einen Trinkwasservertrag mit einem Volumen von rund einer Milliarde Euro gesichert.

Die Konzession läuft über eine Dauer von 25 Jahren und umfasst die Versorgung von acht Gemeinden im Umland von Barcelona mit mehr als 230.000 Einwohnern. An der Börse reagierten die Anleger verhalten: Die Veolia-Aktie notiert heute bei 30,85 Euro, was einem Tagesminus von 1,1 Prozent entspricht.

Weichenstellung im Metropolrat von Barcelona

Der Rat der Metropolregion Barcelona stufte das Angebot der Veolia-Gruppe gestern auf den ersten Platz des Vergabeverfahrens ein. Mit der vollen Punktzahl bei der technischen Bewertung setzte sich der Konzern gegen fünf konkurrierende Bieter durch. Das gesamte Vertragsvolumen wird ohne Steuern auf 1,078 Milliarden Euro geschätzt. Davon entfallen 937,4 Millionen Euro auf die reguläre Vertragslaufzeit und bis zu 140,6 Millionen Euro auf eine mögliche Verlängerung.

Vor dem formellen Vertragsabschluss steht allerdings noch eine abschließende Prüfung an. Die Metropolverwaltung muss vor der endgültigen Bestätigung, die für Ende Oktober vorgesehen ist, die wirtschaftliche und technische Leistungsfähigkeit prüfen.

Hintergrund der Überprüfung ist ein deutlicher Preisnachlass von 60 Prozent auf die Investitionskosten. Der zweitplatzierte Wettbewerber hat bereits Einwände gegen das Wertungsverfahren angekündigt. Verläuft die Bestätigung planmäßig, soll die Konzession am 1. Januar 2027 in Kraft treten.

Technische Modernisierung und Netzausbau

Das geplante Investitionsprogramm für das Versorgungsnetz beläuft sich auf rund 176 Millionen Euro. Veolia kündigte an, modernisierte Messsysteme mit digitaler Fernablesung einzuführen und vernetzte Sensoren zur frühzeitigen Ortung von Rohrnetzverlusten zu installieren. Ergänzend dazu soll die Fahrzeugflotte vor Ort vollständig elektrifiziert werden.

Das Unternehmen sieht in dem Projekt eine wichtige Referenz für den Ausbau automatisierter Versorgungsstrukturen. Veolia-Chefin Estelle Brachlianoff betonte die Bedeutung moderner Netzüberwachung und kündigte unmittelbare Vorbereitungsarbeiten nach der formellen Zuteilung an.

Spanien als wachsender Kernmarkt

Der Neuauftrag fügt sich in die umfassende Expansion des Konzerns auf der iberischen Halbinsel ein. Spanien erwirtschaftete für Veolia im Jahr 2025 einen Umsatz von 3 Milliarden Euro bei rund 18.000 Mitarbeitern. Nach Einschätzung des Managements soll das Land in den kommenden Jahren hinter Frankreich und den Vereinigten Staaten zum drittgrößten Markt des Unternehmens aufsteigen.

Bis zum Ende des Jahrzehnts strebt der Konzern in Spanien ein organisches und anorganisches Wachstum von mehr als 40 Prozent an. Neben der Trinkwasserversorgung zielt die Strategie insbesondere auf das Recycling von Kunststoffen, industrielle Energierückgewinnung und die Aufbereitung von Brauchwasser für wasserintensive Industriezweige ab.

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