Der Vakuumventil-Spezialist VAT hat im dritten Quartal so viele Bestellungen eingesammelt wie nie zuvor. Der Auftragseingang stieg auf 697 Millionen Franken, fast das Dreifache des Vorjahreswerts. Parallel dazu hebt das Unternehmen seine Erwartung für 2027 an.
Nachfrage übertrifft die Fertigung
Der Auftragseingang legte um 193 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu, währungsbereinigt waren es 188 Prozent. Gegenüber dem Vorquartal beträgt das Plus 39 Prozent.
Der Umsatz erreichte 376 Millionen Franken und wuchs um 46 Prozent. Die Book-to-Bill-Ratio liegt bei 1,9, der Auftragsbestand stieg auf 980 Millionen Franken.
Treiber sind die hohen Investitionen der Hyperscaler in Rechenzentren und der Start der Serienfertigung von Chips mit Gate-All-Around-Technologie. Im Segment Semiconductors schnellte der Auftragseingang um 270 Prozent in die Höhe.
Das Management betont, die Bestellungen enthielten weder Doppelbuchungen noch künstlich aufgeblähte Volumina. Stattdessen hätten sich die Vorlaufzeiten der Kunden auf bis zu neun Monate verlängert, Ende 2025 waren es noch etwa drei. Auch erwartete Preiserhöhungen und Sorgen um die Verfügbarkeit spielen eine Rolle.
Hinzu kommt anhaltend starke Nachfrage aus China, wo die Regierung die technologische Eigenständigkeit vorantreibt.
Ausblick 2027 steigt deutlich
Für 2027 erwartet VAT nun einen Umsatz, der klar über dem oberen Ende der bisherigen Spanne von 1,5 bis 1,7 Milliarden Franken liegt. Eine neue Zahl nennt das Unternehmen nicht. Erste Indikatoren sprächen für weiterhin hohe Investitionen der Branche. Weltweit seien in den kommenden drei Jahren rund 150 neue Halbleiterfabriken im Bau oder in Planung.
Die Prognose für 2026 bestätigt VAT: höhere Aufträge, Umsätze, EBITDA, Marge, Reingewinn und Free Cashflow.
Um die Nachfrage zu bedienen, fährt VAT die Produktion hoch. Im dritten Quartal kamen 450 Vollzeitstellen hinzu, die Lieferkette wird auf weiteres Wachstum 2027 ausgerichtet. Bis Ende 2026 soll die Produktionsleistung 450 Millionen Franken pro Quartal erreichen.
Nicht alle Bereiche profitieren gleichermaßen. Bei Advanced Industrials ging die Nachfrage nach Ventilen für Forschungsanwendungen wegen Kürzungen der Finanzierung deutlich zurück. Im Service wuchs der Umsatz mit vier Prozent nur moderat, obwohl die Aufträge um 88 Prozent zulegten.
Für das vierte Quartal peilt VAT einen Umsatz von 420 bis 450 Millionen Franken an, bei einer Book-to-Bill-Ratio über 1. Heute um 10:00 Uhr MESZ erläutert das Management die Zahlen in einer Telefonkonferenz.
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