Rekordaufträge treffen auf sinkende Gewinne. Die VAT Group erlebt im ersten Halbjahr 2026 ein Wechselbad der Gefühle. Während der KI-Boom die Auftragsbücher füllt, drücken hohe Investitionskosten auf die Bilanz.
Rekordjagd im Schatten von KI
Der Schweizer Vakuumspezialist profitiert massiv vom Ausbau neuer Halbleiterfabriken weltweit. Im zweiten Quartal explodierte der Auftragseingang auf 500 Millionen CHF. Das entspricht einer Verdoppelung zum Vorjahr.
Der Auftragsbestand schwoll parallel dazu auf 648 Millionen CHF an. Hochpräzise Vakuumventile sind für die Produktion moderner KI-Chips unverzichtbar. Die Nachfrage nach Logik- und Speicherlösungen treibt diesen Trend ungebrochen voran.
Hohe Kosten bremsen die Marge
Das operative Geschäft hinkt der Nachfrage aktuell noch hinterher. Der Nettoumsatz sank im ersten Halbjahr um acht Prozent auf 511,9 Millionen CHF. Die EBITDA-Marge ging leicht auf 29,0 Prozent zurück.
VAT investiert massiv in künftiges Wachstum. Das Unternehmen schaffte weltweit mehr als 700 neue Stellen. Diese Personalkosten belasten den Reingewinn, der auf knapp 99 Millionen CHF sank.
Strategischer Zukauf in Japan
Parallel zum Kapazitätsausbau verstärkt sich VAT technologisch. Das Unternehmen kauft den japanischen Spezialisten Atonarp für rund 110 Millionen Franken. Atonarp spezialisiert sich auf Molekularanalytik zur Echtzeit-Überwachung der Chipfertigung. Den Abschluss dieser Übernahme erwartet VAT im dritten Quartal 2026.
Anleger schickten die Aktie am Mittwoch um 7,64 Prozent auf 700,80 Euro nach unten. Der Markt reagierte damit empfindlich auf die Diskrepanz zwischen Auftragslage und Gewinn.
Das Management peilt für das dritte Quartal einen Umsatz zwischen 355 und 385 Millionen CHF an. In der zweiten Jahreshälfte soll sich die Profitabilität durch die hohen Investitionen wieder spürbar verbessern. Der Vorstand bestätigt zudem die Prognose für das Gesamtjahr.
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