Vanguard FTSE All-World: ISM-Index auf 55,6 Prozent, höchster Stand seit Mai 2022

Starke US-Industriedaten und eine reduzierte Kostenquote treiben den Vanguard All-World ETF auf ein neues Kursniveau nahe seinem 52-Wochen-Hoch.

Auf einen Blick:
  • US-Industrieindex erreicht Vier-Jahres-Hoch
  • Microsoft-Aktie springt nach Quartalszahlen
  • Apple-Aktie leidet unter KI-Investitionen
  • Vanguard senkt Gebühren auf 0,14 Prozent

Ein Vier-Jahres-Hoch in der US-Industrie und eine Gebührensenkung sorgen beim Vanguard FTSE All-World UCITS ETF für Rückenwind. Der Fonds notiert bei 165,06 Euro, ein Plus von 0,60 Prozent am Tag. Der Kurs bewegt sich damit nur noch 1,22 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 167,10 Euro.

Industriedaten aus den USA überraschen

Auslöser der Rally ist der ISM-Einkaufsmanagerindex für die US-Industrie. Der Wert für Juli kletterte auf 55,6 Prozent und übertraf die Erwartungen von 54,0 Prozent deutlich. Das ist der höchste Stand seit Mai 2022.

Die US-Industrie wächst damit den siebten Monat in Folge. Der Produktionsindex liegt bei 58,5 Prozent, der Auftragseingang bei 56,7 Prozent. Für einen Fonds, der rund 3.782 Aktien aus Industrie- und Schwellenländern hält, ist das ein direktes Signal: Die größte Volkswirtschaft der Welt zeigt sich robuster als gedacht.

Microsoft legt zu, Apple gerät unter Druck

Innerhalb des Fonds zeigt sich aktuell ein deutliches Auseinanderlaufen der größten Positionen. Microsoft, mit rund 3,17 Prozent Gewichtung im Index vertreten, sprang am Montag um 5,4 Prozent nach oben. Grund war der Quartalsbericht mit einem Umsatz von 90,0 Milliarden Dollar und einem Wachstum der Cloud-Sparte Azure von 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Apple lief in die andere Richtung. Das Unternehmen meldete zwar einen Rekordumsatz von 109,4 Milliarden Dollar im Juni-Quartal, doch hohe Investitionen in künstliche Intelligenz und ein vorsichtiger Ausblick für das kommende Quartal drückten die Aktie. Mit 4,27 Prozent Gewichtung zählt Apple neben Nvidia, dem mit 4,70 Prozent größten Einzelposten, zu den einflussreichsten Werten im Fonds.

Vanguard senkt Gebühren im Wettbewerbsdruck

Zum 28. Juli hat Vanguard die Gesamtkostenquote des Fonds auf 0,14 Prozent gesenkt. Die Entscheidung folgt auf ein Rekordhalbjahr: Allein in der ersten Jahreshälfte 2026 flossen dem ETF rund 14 Milliarden Euro an frischem Kapital zu. Damit war er der Fonds mit den höchsten Nettozuflüssen in Europa.

Konkurrenten wie BlackRock und DWS haben zuletzt eigene Weltmarkt-ETFs mit niedrigeren Gebühren aufgelegt. Die Kostensenkung liest sich als Antwort darauf. Mit einem Volumen von fast 50 Milliarden Dollar in der thesaurierenden Anteilsklasse nutzt Vanguard seine Größe, um die Führungsposition im europäischen Markt zu verteidigen.

Der Fonds handelt derzeit oberhalb seines 50-Tage-Durchschnitts von 163,99 Euro, was für einen intakten mittelfristigen Aufwärtstrend spricht. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 13,55 Prozent. Nächster Termin für die Märkte: der US-Arbeitsmarktbericht am 7. August, der weitere Hinweise zur Zinspolitik der Federal Reserve im September liefern soll.

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