Die Mittelzuflüsse in den Vanguard FTSE All-World UCITS ETF reißen nicht ab. Für die Woche bis zum 24. August meldete der ETF-Datendienstleister etfexpress die höchsten Netto-Zuflüsse aller in Europa gehandelten börsennotierten Fonds – konkret 863,3 Millionen Euro. Damit setzt sich ein Muster fort, das sich bereits im Juli abzeichnete, als Vanguards Flaggschiff-ETF laut LSEG Lipper mit 3,3 Milliarden Euro die größten geschätzten Zuflüsse der gesamten europäischen ETF-Branche verbuchte.
Indexumbau steht bevor
Parallel zur anhaltenden Nachfrage bereitet sich der Fonds auf eine Anpassung seiner Zusammensetzung vor. FTSE Russell hat am Montag Änderungen im Rahmen seiner vierteljährlichen Indexüberprüfung bestätigt: Zum 21. September werden zehn indische Unternehmen, darunter Infosys, Bharti Airtel, Groww und Meesho, in den FTSE Emerging Markets All Cap Index aufgenommen.
Da dieser Index in den zugrunde liegenden FTSE All-World Index einfließt, wirkt sich die Umgewichtung direkt auf die Länder- und Sektorstruktur des ETFs aus. Für Anleger bedeutet das eine leicht stärkere Gewichtung indischer Titel innerhalb des globalen Aktienportfolios, ohne dass sich am grundsätzlichen Anlagekonzept etwas ändert.
Die Gebührensenkung von 0,19 auf 0,14 Prozent, die den Fonds vor rund zwei Wochen noch günstiger gemacht hatte, bleibt im Hintergrund weiterhin ein Standortvorteil gegenüber der Konkurrenz.
Ebenso zeigt sich, dass die vor gut einer Woche gestartete neue Vanguard-Produktfamilie mit Global-All-Cap-, Global-Small-Cap- und All-World-ex-US-Fonds bislang keinen erkennbaren Einfluss auf die Zuflussdynamik des etablierten All-World-ETFs hatte – die Mittel fließen trotz günstigerer Alternative aus dem eigenen Haus weiter in das etablierte Flaggschiff.
Ausschüttende Anteilsklasse mit stabiler Rendite
Für Anleger, die auf laufende Erträge setzen, liefert die ausschüttende Anteilsklasse des Fonds zusätzliche Orientierung. Nach den zum 25. August vorliegenden Daten lag die Ausschüttung der vergangenen zwölf Monate bei 2,33 US-Dollar je Anteil, was einer Ausschüttungsrendite von 1,25 Prozent entspricht.
Diese Größenordnung dürfte für viele Investoren, die primär auf Wertzuwachs statt auf Dividendenerträge setzen, von untergeordneter Bedeutung sein – der Fonds bleibt in erster Linie ein Vehikel für breit gestreutes Aktienwachstum.
Kursverlauf spiegelt Nachfrage wider
Die anhaltenden Zuflüsse gehen mit einer soliden Kursentwicklung einher. Der Fonds notierte am Donnerstag bei 167,30 Euro und liegt damit nur noch 1,7 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch vom 13. August.
Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 15 Prozent zu Buche – ein Zeichen dafür, dass die massiven Mittelzuflüsse und die positive Kursentwicklung sich gegenseitig verstärken. Für Anleger, die auf globale Streuung setzen, bleibt der Fonds damit trotz zunehmender Konkurrenz im eigenen Haus die erste Adresse.
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