Die Erholungsrally an den globalen Aktienmärkten hat zum Wochenstart einen Dämpfer erhalten. Steigende Ölpreise wegen Zweifeln an einem Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran belasten die Stimmung, wie Reuters berichtet. Das drückt auch auf den Vanguard FTSE All-World UCITS ETF, der die globale Aktienmarktentwicklung breit abbildet und aktuell bei 169,66 Euro notiert, ein Minus von 0,4 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag.
Der Rücksetzer kommt nach einer ausgesprochen starken Vorwoche. Reuters berichtete, dass die Aktienmärkte auf Kurs für die beste Wochenperformance seit Anfang August lagen, getragen von neuer Euphorie rund um künstliche Intelligenz und Hoffnungen auf eine Entspannung bei der Energieversorgung aus dem Nahen Osten.
Am Montag vergangener Woche legte der MSCI-All-World-Index laut Reuters an einem einzelnen Handelstag um 1,03 Prozent zu, angetrieben von KI-Optimismus und der Aussicht auf sinkende Ölpreise.
Kapitalflucht in Anleihen belastet die Stimmung
Parallel zur Aktienrally verschärfte sich zeitweise der Ausverkauf am Anleihemarkt. Reuters berichtete, dass Sorgen über den Iran-Konflikt, Inflationsdaten und starke US-Konjunkturzahlen die Renditen nach oben trieben.
Der Markt preise inzwischen eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinserhöhung der US-Notenbank im Oktober ein, hieß es. Höhere Renditen wirken als Gegengewicht zur KI-getriebenen Aktienstärke und erklären, warum die Erholung ins Stocken geriet.
Bereits am vergangenen Mittwoch pausierten die globalen Aktienmärkte nach einer vier Tage andauernden Gewinnserie, weil der Ölpreis wieder anzog und Anleger auf klarere Signale einer Friedenslösung im Nahen Osten warteten.
Tags zuvor hatten laut Reuters neue Hoffnungen auf eine bessere Ölversorgung noch für Rückenwind gesorgt – unter anderem gestützt durch Berichte über die mögliche Wiederaufnahme saudischer Ölexporte über Yanbu und die neue KI-Assistentin Muse von Meta Platforms als zusätzlichem Kurstreiber für Technologiewerte.
Anlegergelder fließen weiter in Aktienfonds
Trotz der zwischenzeitlichen Nervosität blieb das Interesse der Anleger an Aktien insgesamt hoch. Laut Reuters unter Berufung auf Daten von LSEG Lipper flossen globalen Aktienfonds in der Woche bis zum 25. September netto 44,1 Milliarden Dollar zu – der größte wöchentliche Nettokauf seit dem 8. Juli.
Als Treiber nannte der Bericht die anhaltende KI-Begeisterung und die zuletzt gesunkenen Ölpreise. Die Zahl bezieht sich auf den gesamten Fondssektor und lässt keine Rückschlüsse auf einzelne Produkte wie den Vanguard-ETF zu, zeigt aber die grundsätzliche Risikobereitschaft der Anleger in diesen Wochen.
Für den Vanguard FTSE All-World UCITS ETF bedeutet die aktuelle Gemengelage vor allem eines: Die Frage, ob die jüngste Stärke anhält, hängt maßgeblich davon ab, wie sich die Lage im Nahen Osten und die Zinserwartungen der Fed in den kommenden Tagen entwickeln. Solange der Ölpreis als Unsicherheitsfaktor im Raum steht, dürfte die Volatilität an den breiten Aktienmärkten – und damit auch am ETF, der diese Bewegungen spiegelt – erhöht bleiben.
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