Ein Kurseinbruch bei den großen US-Technologiekonzernen hat am Donnerstag auch den Vanguard FTSE All-World UCITS ETF belastet. Anleger stellten infrage, ob die hohen Investitionen in KI-Infrastruktur ausreichende Renditen abwerfen. Laut Reuters verlor Nvidia an diesem Tag 4 Prozent, Meta Platforms sogar 8 Prozent. Da beide Werte zu den größten Positionen im FTSE All-World Index zählen, schlug die Bewegung direkt auf den Fonds durch.
Der ETF notiert vorbörslich bei 169,42 Euro und damit 0,1 Prozent im Plus gegenüber dem gestrigen Schlusskurs von 169,22 Euro. Die Erholung nach dem Technologie-Ausverkauf fällt damit verhalten aus. Zum 52-Wochen-Hoch von 174,00 Euro, erreicht am 7. Oktober, fehlen dem Fonds weiterhin 2,6 Prozent.
Nvidia zwischen Großaufträgen und Zweifeln
Die Nervosität um Nvidia speist sich aus widersprüchlichen Signalen. Reuters berichtete unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen, dass ByteDance, Alibaba und Tencent mehr als 3 Millionen RTX-PRO-5500-Grafikkarten bestellt hätten, mit einem Gesamtlistenpreis von über 35 Milliarden Dollar – Nvidia könne die Nachfrage demnach möglicherweise nicht vollständig bedienen.
Parallel dazu meldete Reuters, der Chiphersteller habe mit dem KI-Cloud-Startup Modal einen Auftrag für Prozessor-Technik gewonnen, das dafür Nvidias Vera-Chip nutzen will. Zudem kündigte Nvidia eine ausgeweitete Partnerschaft mit europäischen Herstellern an, darunter das deutsche Unternehmen Agile Robots, das im kommenden Jahr 1.000 bis 2.000 humanoide Roboter produzieren will.
Diese Fülle an Geschäftsmeldungen konnte die grundsätzliche Sorge der Anleger über die Monetarisierung der KI-Ausgaben nicht zerstreuen. Gerade weil Nvidia als Gradmesser für die gesamte KI-Branche gilt, wirkt jede Verunsicherung bei diesem einzelnen Titel überproportional auf breit gestreute Indexfonds wie den Vanguard All-World ETF.
Weitere Belastungsfaktoren aus der Tech-Welt
Auch andere Schwergewichte sorgten für Gegenwind. Microsoft zog sich aus einer Vereinbarung zurück, das Rechenzentrum Loughton des Anbieters Nscale zu verankern, nachdem Verzögerungen beim Stromanschluss die geplante Versorgung in die 2030er-Jahre verschoben hatten.
Microsoft erklärte, an der breiteren Partnerschaft mit Nscale festzuhalten. Bei Apple belastete derweil eine Herabstufung: Loop Capital senkte die Einstufung von „Buy“ auf „Hold“ und reduzierte das Kursziel von 370 auf 330 Dollar, mit Verweis auf Sorgen um die iPhone-Nachfrage.
Zusätzlich verlangte ein Unternehmen, das zuvor ein Patentverfahren mit einem Schadenersatz von 5,7 Milliarden Dollar gegen Apple gewonnen hatte, vor einem Bundesgericht zusätzliche Schadenersatzsummen und Zinsen.
Fonds bleibt trotz Rücksetzern im längerfristigen Aufwärtstrend
Trotz der jüngsten Schwäche bei Technologiewerten bleibt der Vanguard FTSE All-World ETF mit einem Plus von 17 Prozent seit Jahresbeginn deutlich im positiven Bereich.
Der breite Streuungsansatz über Tausende Einzeltitel federt einzelne Belastungsfaktoren wie die aktuellen KI-Zweifel ab, macht den Fonds aber nicht immun gegen Schwankungen bei den großen US-Technologiewerten, die einen hohen Indexanteil ausmachen.
Für Anleger bleibt entscheidend, ob sich die Sorgen um die Rentabilität der KI-Investitionen in den kommenden Wochen verfestigen oder ob die operativen Erfolge einzelner Konzerne wie die genannten Großaufträge für Nvidia überwiegen.
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