Die KI-Zweifel an den US-Technologiebörsen greifen auf Asien über und belasten damit auch den Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (USD, thesaurierend, ISIN IE00BK5BQT80). Am heutigen Dienstag brachen in Südkorea der Kospi um 4 Prozent und in Taiwan der Taiex um 3,8 Prozent ein.
Die Nachrichtenagentur AP brachte den Einbruch direkt mit der Sorge zusammen, dass die massiven Investitionen großer Technologiekonzerne in KI-Rechenzentren nicht ausreichend Gewinne abwerfen könnten. Da der ETF globale Aktienmärkte inklusive Asiens abbildet, spürt er diesen Stimmungsumschwung unmittelbar.
Nasdaq als Taktgeber einer breiteren Korrektur
Ausgangspunkt der Verunsicherung war der US-Handel am Montag: Der Nasdaq Composite verlor 1,1 Prozent, der S&P 500 gab 0,5 Prozent ab, wie AP berichtete. Bemerkenswert dabei: Die Mehrheit der S&P-500-Werte legte tatsächlich zu, doch ein Kursrückschlag bei Nvidia, der von frühen Gewinnen ins Minus drehte, drückte den Gesamtindex.
Parallel dazu meldete AP einen Einbruch des Brent-Ölpreises um 7,6 Prozent, befeuert durch Hoffnungen auf mögliche Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran – ein Signal dafür, dass sich an den Märkten derzeit mehrere Erzählungen gleichzeitig abspielen.
Die Skepsis gegenüber den KI-Ausgaben der großen Technologiekonzerne hatte sich bereits Ende Oktober verdichtet. Reuters berichtete, Investoren stellten zunehmend infrage, ob die Infrastrukturausgaben der Tech-Giganten mit der kurzfristigen Ertragskraft Schritt halten. Der Nasdaq habe laut Reuters im Oktober insgesamt 5,3 Prozent verloren.
Von Alphabet zu einer marktbreiten Verunsicherung
Als Auslöser der jüngsten Phase gilt der Kurseinbruch von Alphabet am 29. Oktober, der stärkste Tagesverlust der Aktie überhaupt, ausgelöst durch schwächer als erwartetes Wachstum. AP ordnete die Reaktion als erneuten Beleg für Zweifel ein, ob sich Alphabets umfangreiche KI-Investitionen auszahlen.
Bezeichnend war auch an jenem Tag, dass der Nasdaq um 1,4 Prozent fiel, obwohl die Mehrheit der S&P-500-Werte stieg – ein Muster, das sich seither wiederholt: Wenige Schwergewichte mit hoher Indexgewichtung bestimmen die Richtung, während die Breite des Marktes robuster wirkt.
Was das für den Welt-ETF bedeutet
Für Anleger im Vanguard FTSE All-World zeigt sich damit ein zweischneidiges Bild. Einerseits trägt die Konzentration auf wenige US-Technologiewerte das Risiko, dass einzelne enttäuschende Quartalszahlen oder Zweifel an der KI-Rentabilität den gesamten Index belasten. Andererseits bleibt der breite Markt, gemessen an der Zahl steigender Einzeltitel, weniger erschüttert als die Schlagzeilen vermuten lassen.
Mit 167,40 Euro notiert der ETF aktuell 3,8 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch vom 7. Oktober, liegt aber weiterhin rund 20 Prozent über seinem Tief von Ende November vergangenen Jahres. Die Ausschläge der vergangenen Tage reihen sich damit eher in eine Konsolidierung nach starkem Jahresverlauf ein als in einen fundamentalen Einbruch.
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