Alphabet hat am Mittwoch nach US-Börsenschluss die Erwartungen der Wall Street beim Quartalsumsatz verfehlt. Höhere Ausgaben für künstliche Intelligenz beschleunigten zudem den Mittelabfluss des Konzerns. Reuters berichtete, die Alphabet-Aktie sei im nachbörslichen Handel um rund 8 Prozent eingebrochen.
Am heutigen Donnerstag gaben asiatische Aktienmärkte ihre zuvor erzielten Gewinne wieder ab, während US-Aktienfutures nachgaben – gemischte Reaktionen auf die Technologiebilanzen belasteten die Stimmung für Megacap-Werte weltweit.
Für den Vanguard FTSE All-World ETF ist das keine Nebensache. Der Fonds bildet die globale Aktienmarktentwicklung breit ab, und US-Technologiewerte wie Alphabet zählen zu den gewichtigsten Positionen im Index. Schwächelt die Stimmung bei den großen US-Techkonzernen, spürt das auch ein breit gestreuter Welt-ETF.
Ruhiger Handel trotz nervöser Tech-Branche
Der Kurs des ETFs zeigte sich davon bislang kaum beeindruckt: Er notiert aktuell bei 171,88 Euro und liegt damit nur 1,2 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 174,00 Euro. Die breite Streuung über tausende Einzeltitel dämpft offenbar die Ausschläge einzelner Schwergewichte – ein Effekt, den Anleger in global diversifizierten Produkten erwarten dürfen, der sich hier aber konkret bestätigt.
Vorausgegangen war den Turbulenzen eine ruhigere Phase an den Finanzmärkten. Am Dienstag hatten Reuters zufolge die Weltbörsen zugelegt, nachdem die US-Notenbank Federal Reserve ihren Leitzins wie erwartet unverändert gelassen hatte.
Bereits am Tag zuvor waren die Kurse laut Reuters gestiegen, gestützt durch fallende Ölpreise im Zuge von Hoffnungen auf Fortschritte bei Verhandlungen im Nahen Osten – während Anleger zugleich gespannt auf die Quartalszahlen großer US-Technologiekonzerne warteten.
Anlegergelder fließen weiter in den Fonds
Trotz der jüngsten Nervosität an den Technologiemärkten bleibt die Nachfrage nach dem Vanguard FTSE All-World ETF ungebrochen hoch. In der Handelswoche vom 19. bis 23. Oktober verzeichnete das Produkt europaweit die höchsten Nettozuflüsse unter allen Einzel-ETPs: Medienberichten zufolge flossen dem Fonds in dieser Woche 641,8 Millionen Euro zu.
Zum Vergleich: Das gesamte europäische Segment der Welt-Aktien-ETFs zog im selben Zeitraum 1,36 Milliarden Euro an Kapital an – der Vanguard-Fonds allein stand damit für fast die Hälfte dieser Zuflüsse.
Diese Diskrepanz zwischen robuster Anlegernachfrage und kurzfristiger Marktnervosität bei einzelnen Technologiewerten verdeutlicht ein typisches Muster bei breit gestreuten Indexprodukten: Einzelne enttäuschende Quartalszahlen lösen selten eine Kapitalflucht aus Welt-ETFs aus, solange das übergeordnete Marktumfeld intakt bleibt.
Anleger scheinen die aktuellen Turbulenzen rund um die Technologiebranche eher als vorübergehendes Rauschen denn als Grund zur Umschichtung zu werten.
Für Anleger im Vanguard FTSE All-World ETF bedeutet die aktuelle Gemengelage vor allem eines: Die Entwicklung einzelner Megacap-Technologiewerte bleibt ein Faktor, den es zu beobachten gilt – ohne dass sie den langfristigen Charakter eines breit diversifizierten Weltportfolios infrage stellt.
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