Der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF USD Accumulation (ISIN IE00BK5BQT80) hat eine Phase deutlicher Nervosität an den globalen Aktienmärkten hinter sich, ehe am Freitag ein schwacher US-Arbeitsmarktbericht für neuen Schwung sorgte. Die zugrundeliegende Entwicklung zeigt, wie stark der breit gestreute Index zuletzt von geldpolitischen und geopolitischen Nachrichten getrieben wurde.
Zinssorgen und Ölpreise bestimmten den Handel
Ende September gerieten die Märkte unter Druck. Am 28. September fielen die Aktienkurse weltweit, nachdem stockende Verhandlungen zwischen den USA und Iran erneut Sorgen um die Ölversorgung schürten. Laut Reuters bereiteten sich Investoren darauf vor, dass die Zinsen länger hoch bleiben könnten als bislang angenommen – steigende Anleiherenditen belasteten die Stimmung zusätzlich.
Zwei Tage später, am 30. September, gaben US-Aktien erneut mehrheitlich nach. Berichte über ein stärker als zunächst geschätztes US-Wirtschaftswachstum hielten die Renditen hoch, was die Kurse trotz einer besser als erwarteten Inflationszahl belastete.
Auch der 1. Oktober brachte keine Entspannung: Volatile Anleiherenditen und höhere Ölpreise drückten inmitten von Inflationssorgen, kräftigen US-Konjunktursignalen und Unsicherheit über die Auswirkungen des Iran-Konflikts auf das Ölangebot auf die globalen Märkte. Immerhin stützte Optimismus rund um künstliche Intelligenz einzelne US-Technologiewerte.
Der Stimmungsumschwung am Freitag
Die Wende kam am Freitag: Schwächer als erwartete US-Beschäftigungsdaten dämpften die Erwartungen an eine weitere Zinserhöhung der Federal Reserve im Oktober deutlich. Laut Reuters bezifferten Marktteilnehmer die Wahrscheinlichkeit einer Oktober-Anhebung nach den Daten nur noch auf 15 Prozent, zuvor waren es rund 25 Prozent gewesen.
Gleichzeitig halfen sinkende Ölpreise, Inflationssorgen zu lindern. Der FTSE All-World Index, den der ETF abbildet, legte an diesem Tag um 0,57 Prozent zu. In den USA zogen die Kurse nach dem Bericht zum September-Arbeitsmarkt ebenfalls an, laut AP stieg der S&P 500 um 0,7 Prozent und der Nasdaq Composite um 1,2 Prozent.
Was der Kurs daraus macht
Der ETF selbst schloss am Freitag bei 171,38 Euro, ein Plus von 0,6 Prozent zum Vortag. Damit liegt das Papier nur noch 0,2 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 171,80 Euro, das am selben Tag markiert wurde. Über den Monat gerechnet steht ein Zuwachs von 2,7 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn sind es 18 Prozent.
Der Blick auf die vergangenen Handelstage zeigt damit ein Muster: Auf geopolitisch und konjunkturell bedingte Rückschläge folgte am Freitag eine kräftige Erholung, getragen von der Hoffnung auf eine vorsichtigere US-Notenbank.
Für Anleger im breit diversifizierten Weltaktienindex bedeutet das vor allem eines – die Schwankungen der vergangenen Tage spiegeln weniger unternehmensspezifische Risiken als vielmehr die globale Zins- und Energiepreis-Debatte wider, die den gesamten Aktienmarkt gleichermaßen bewegt.
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