Vanguard FTSE All-World: 0,14% TER ab 28. Juli

Vanguard senkt Kosten für seinen All-World-ETF erneut. Trotz günstigerer Konkurrenz von BlackRock und DWS bleibt der Fonds der meistgehandelte Europas.

Auf einen Blick:
  • Laufende Kosten auf 0,14 Prozent gesenkt
  • Rivalen BlackRock und DWS noch günstiger
  • Fonds sammelt weiter Milliarden ein
  • Kurs nahe 52-Wochen-Hoch bei 167 Euro

Ein ETF, drei Anbieter, ein Preiskrieg. Der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF senkt zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres seine Gebühren – und reagiert damit auf neue Konkurrenz von BlackRock und DWS.

Seit dem 28. Juli zahlen Anleger nur noch 0,14 Prozent laufende Kosten pro Jahr, statt zuvor 0,19 Prozent. Erst im Oktober 2025 hatte Vanguard die Gebühr von 0,22 auf 0,19 Prozent gesenkt. Nach Unternehmensangaben sparen Anleger durch den aktuellen Schritt zusammen rund 37 Millionen Dollar jährlich.

Konkurrenz drängt in den Markt

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Im Mai stieg BlackRock mit seinem iShares FTSE All World UCITS ETF ins Geschäft ein, zu einer Gesamtkostenquote von 0,12 Prozent. Noch aggressiver agierte DWS: Der Xtrackers FTSE All-World UCITS ETF kostet seit dem 1. Juni nur noch 0,07 Prozent.

Damit bleibt Vanguard trotz der Preissenkung teurer als beide Rivalen. Offenbar reicht das den meisten Anlegern nicht, um zu wechseln. Die Größe des Fonds, seine Liquidität und die lange Erfolgsbilanz wiegen den kleinen Kostenunterschied für viele institutionelle und private Investoren offenbar auf.

Kapital strömt trotz höherer Gebühr

Die Zahlen bestätigen diese These. Seit Jahresbeginn flossen dem Fonds netto 18,2 Milliarden Dollar zu. Allein in der Woche bis zum 24. Juli sammelte der ETF 718,7 Millionen Euro ein – mehr als jeder andere europäische ETF in diesem Zeitraum. Das verwaltete Vermögen liegt inzwischen bei rund 75,68 Milliarden Dollar.

Der Fonds bildet den FTSE All-World Index nach, der nach Marktkapitalisierung gewichtet ist und etwa 3.782 große und mittelgroße Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern abdeckt. Diese Gewichtung führt zu einer starken Konzentration auf US-Technologiekonzerne: Nvidia macht mit 4,45 Prozent den größten Einzelposten aus, gefolgt von Apple mit 3,98 Prozent und Microsoft mit 2,64 Prozent. Amazon und Alphabet kommen auf 2,20 beziehungsweise 1,99 Prozent.

Diese Konzentration hat Konsequenzen. Trotz breiter geografischer Streuung hängt die kurzfristige Wertentwicklung des Fonds eng an den Quartalszahlen und der Volatilität der großen US-Tech-Werte.

Kurs pendelt nahe am Rekordhoch

Am Mittwoch notiert der ETF bei 163,62 Euro, ein Minus von 0,23 Prozent auf Tagessicht. Das liegt nur 2,08 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 167,10 Euro, erreicht am 22. Juni. Der 14-Tage-RSI von 47,2 signalisiert eine neutrale Marktstimmung – Raum für Bewegung in beide Richtungen, während die große Berichtssaison der Tech-Konzerne noch läuft.

Der Fonds bewegt sich damit in einer Konsolidierungsphase nahe seiner Höchststände. Die anstehenden Quartalsberichte der großen US-Technologiewerte dürften in den kommenden Wochen die Richtung vorgeben – schließlich stellen sie zusammen einen der größten Einzelblöcke im Portfolio.

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