Vanguard FTSE All-World: 0,14 Prozent TER seit 28. Juli

Trotz schwacher US-Arbeitsmarktdaten steigt der Vanguard FTSE All-World ETF auf 168,48 Euro. Gebührensenkung und starke Tech-Gewichte stützen die Performance.

Auf einen Blick:
  • Kurs nahe Rekordhoch trotz Jobrückgang
  • Vanguard senkt Gebühren auf 0,14 Prozent
  • Nvidia größte Position im Fonds
  • Jahresperformance bei 15,91 Prozent

Ein Rückgang der US-Beschäftigung müsste Aktienmärkte eigentlich belasten. Beim Vanguard FTSE All-World UCITS ETF passierte am Freitag das Gegenteil. Der Fonds schloss die erste volle Augustwoche mit einem Kurs von 168,48 Euro und liegt damit nur noch 0,28 Prozent unter seinem Rekordhoch vom 5. August.

Schwacher Arbeitsmarkt beflügelt Kurse

Auslöser der Woche war der US-Arbeitsmarktbericht für Juli. Statt des erwarteten moderaten Stellenzuwachses meldete das Bureau of Labor Statistics einen Rückgang um 23.000 Jobs. Das Lohnwachstum verlangsamte sich zudem auf 3,2 Prozent im Jahresvergleich — der niedrigste Wert seit fünf Jahren.

Die Arbeitslosenquote sank zwar leicht auf 4,1 Prozent. Der Grund dafür war aber kein Jobboom, sondern ein schrumpfender Arbeitsmarkt: Rund 264.000 Menschen verließen den Arbeitsmarkt komplett. Anleger werteten die schwachen Daten dennoch als Signal an die US-Notenbank, ihren Zinskurs zu überdenken. Die Renditen von US-Staatsanleihen fielen daraufhin, was Aktienbewertungen stützte.

Gebührensenkung als Antwort auf den Wettbewerb

Neben der Marktbewegung sorgte eine strukturelle Entscheidung für Aufmerksamkeit. Vanguard senkte am 28. Juli die Gesamtkostenquote des Fonds von 0,19 auf 0,14 Prozent. Das entspricht einer Reduktion um ein Viertel.

Der Schritt kommt nicht zufällig. Konkurrenzprodukte von DWS und Xtrackers sind mit Gebühren von bis zu 0,07 Prozent auf den europäischen Markt gekommen. Trotz dieser günstigeren Alternativen zieht der Vanguard-Fonds weiter Kapital an. Allein in der ersten Jahreshälfte 2026 flossen der Fondsfamilie rund 16 Milliarden US-Dollar an neuem Geld zu.

Die thesaurierende Anteilsklasse verwaltet inzwischen ein Vermögen von 53,36 Milliarden US-Dollar. Die gesamte FTSE-All-World-Familie kommt auf 79,55 Milliarden US-Dollar. Offenbar überzeugt Anleger weniger der Preis als die Liquidität und die breite Marktabdeckung des Fonds.

Nvidia treibt die Performance

Der Fonds bildet den FTSE All-World Index nach, der aktuell 4.265 Werte aus Industrie- und Schwellenländern umfasst. Trotz dieser breiten Streuung bleibt das Portfolio stark auf US-Technologiekonzerne fokussiert, die geografisch rund 60 Prozent des Index ausmachen. Die zehn größten Positionen summieren sich auf etwa 25,6 Prozent des Fondsvolumens.

Nvidia ist mit 4,7 Prozent Gewichtung die größte Einzelposition, gefolgt von Apple mit 4,3 Prozent und Alphabet mit 3,8 Prozent. Diese Konzentration hat maßgeblich zur Jahresperformance von 15,91 Prozent beigetragen.

Am 26. August legt Nvidia seine Quartalszahlen für das zweite Geschäftsquartal vor. Der Chiphersteller ist der letzte große Tech-Konzern dieser Berichtssaison. Seine Zahlen dürften zeigen, ob die Ausgaben für KI-Infrastruktur weiter Bestand haben — oder ob die Erzählung ins Wanken gerät.

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