VanEck Semiconductor ETF: Samsung-Zahlen belasten Chipwerte

Der VanEck Semiconductor ETF fällt deutlich unter sein Rekordhoch. Auslöser ist eine enttäuschende Quartalsbilanz von Samsung, die eine breite Verkaufswelle bei Chipwerten auslöst.

Auf einen Blick:
  • ETF fällt 13 Prozent unter Rekordhoch
  • Samsung-Quartalszahlen enttäuschen Erwartungen
  • Technologiewerte erleben Kapitalabfluss
  • Langfristige Chip-Nachfrage bleibt intakt

Der Hype um KI-Chips kühlt ab – und mit ihm der VanEck Semiconductor UCITS ETF. Der Fonds fiel am Dienstag um 4,60 Prozent auf 96,66 Euro. Auf Wochensicht summiert sich das Minus auf 12,06 Prozent. Damit notiert der ETF inzwischen 13,06 Prozent unter seinem Rekordhoch von 111,18 Euro, das er erst vor einer Woche erreicht hatte.

Ein Auslöser: Samsung Electronics verfehlte mit seinen Quartalszahlen die hohen Erwartungen. Der Gewinn stieg zwar deutlich, aber nicht genug. Die Folge war ein Ausverkauf bei Chipwerten, der auch Schwergewichte wie Nvidia, TSMC, AMD und Micron erfasste.

Technische Signale und Stimmungsumschwung

Der RSI des ETFs fiel auf 46,6 – der niedrigste Stand seit über drei Monaten. Das Momentumkippt. Die jüngste Entwicklung erinnert an historische Muster: Analysten sprechen von einer „gewaltsamen Sektor-Rotation“ Anfang Juli. Kapital fließt aus den zuvor hochfliegenden Technologiewerten ab, hin zu defensiveren Anlagen und Mega-Cap-Cloud-Aktien.

Der ETF selbst liegt mit 94,53 Euro noch über seinem 50-Tage-Durchschnitt. Doch die Spanne schrumpft. Die Jahresbilanz bleibt dennoch beeindruckend: Seit Januar legte der Fonds um 75,87 Prozent zu, auf Jahressicht sogar um 140,33 Prozent.

Industrie im Wandel

Trotz der aktuellen Abkühlung investiert die Branche weiter massiv. Infineon eröffnete vor kurzem seine Smart Power Fab in Dresden – früher als geplant und mit Milliardenaufwand. Broadcom sicherte sich eine Verlängerung des Apple-Deals bis 2031. Der globale Chipmarkt soll bis 2026 auf 1,3 Billionen Dollar wachsen, bis 2030 auf zwei Billionen.

Die strukturelle Nachfrage durch KI, E-Autos und erneuerbare Energien bleibt intakt. Was derzeit fehlt, ist die einhellige Zuversicht unter den Anlegern. Die Wall Street ist gespalten: Manche Banken sehen Raum für eine zweite Rallye, andere warnen vor einer Korrektur, die noch nicht zu Ende ist.

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