VanEck Semiconductor ETF: NVIDIA-Kooperation über 500 Mrd. Dollar

Chipwerte erleben weltweit deutliche Kursverluste. Steigende Renditen und Skepsis an KI-Investitionen belasten die Branche trotz starker Fundamentaldaten.

Auf einen Blick:
  • Chipwerte weltweit im Sinkflug
  • KI-Investitionszweifel belasten Branche
  • SIA meldet Rekordumsätze im Q2
  • Mittelabflüsse bei Halbleiter-ETFs

Der Halbleitersektor ist unter erheblichen Verkaufsdruck geraten. Am gestrigen Mittwoch sank der VanEck Semiconductor UCITS ETF um 2,8 % und schloss bei einem Kurs von 90,25 €. Damit folgte der Fonds einer breiten Marktkorrektur: Der Philadelphia Semiconductor Index verzeichnete gestern mit einem Minus von 5 % seinen stärksten Tagesverlust seit Ende Juli.

Als wesentliche Treiber für den Rücksetzer gelten steigende Renditen bei Staatsanleihen sowie zunehmende Zweifel an der Nachhaltigkeit der massiven Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI).

Globale Kursverluste bei Chipwerten

Medienberichten zufolge griffen die Abgaben im Handelsverlauf auf den asiatischen Markt über, wo ein Bloomberg-Index für Halbleiterwerte um 3,2 % nachgab. Besonders deutlich fielen die Verluste bei Samsung Electronics und SK Hynix aus, die beide mehr als 8 % an Wert verloren.

Auch im US-Handel zeigten wichtige Branchenvertreter Schwäche. Western Digital verzeichnete ein Minus von 7 %, während die Papiere von Sandisk um 9 % einbrachen. Marvell Technology und Seagate Technology verloren zwischen 8 % und 9 %.

Ein Analyst von Forrester wies darauf hin, dass Anleger zunehmend hinterfragen, ob die kurzfristigen Einnahmen die beispiellosen Ausgaben für die KI-Infrastruktur rechtfertigen können. Es besteht die Sorge, dass die Investitionszyklen schneller als erwartet ihren Höhepunkt erreichen könnten.

Zudem sorgte der Marktstart des chinesischen Speicherherstellers CXMT für Unruhe, da Investoren ein steigendes Angebot und damit sinkende Preise bei Speicherchips befürchten. Belastet wurde die Stimmung zusätzlich durch den Ölpreis: Brent-Rohöl stieg auf über 91 US-Dollar pro Barrel, was die geopolitischen Risiken für die Weltwirtschaft unterstrich.

Starke Fundamentaldaten trotz Marktunruhe

Trotz der aktuellen Kurskorrektur bleiben die fundamentalen Wachstumszahlen der Branche auf hohem Niveau. Die Semiconductor Industry Association (SIA) meldete für das zweite Quartal 2026 einen globalen Halbleiterumsatz von 403,3 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht einer Steigerung von 35,1 % gegenüber dem ersten Quartal des Jahres.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat stiegen die weltweiten Verkäufe im Juni sogar um 123,6 %. John Neuffer, Präsident der SIA, prognostiziert für das gesamte Jahr 2026 einen weltweiten Chipumsatz von über 1,5 Billionen US-Dollar.

Innerhalb des ETFs gab es zuletzt strategische Entwicklungen bei den wichtigsten Positionen. Das Schwergewicht NVIDIA, das rund 21,70 % des Fonds ausmacht, gab am 10. August eine Kooperation mit Finanzpartnern wie BlackRock und Goldman Sachs bekannt. Ziel ist der Aufbau von Finanzierungsplattformen für KI-Recheninfrastruktur mit einem Kapitalvolumen von über 500 Milliarden US-Dollar.

AMD, mit einem Anteil von 5,43 % im ETF vertreten, meldete am 6. August die Übernahme des Unternehmens Taalas, um seine Position im Markt für KI-Inferenzlösungen zu stärken. Zudem veröffentlichte Analog Devices am Montag Rekordergebnisse für das dritte Geschäftsquartal.

Anleger ziehen Kapital ab

In der laufenden Woche verzeichneten große Halbleiter-ETFs, darunter auch das Produkt von VanEck, deutliche Mittelabflüsse. Dies deutet darauf hin, dass Investoren ihre Positionen in den volatilen KI-Werten derzeit reduzieren. Dennoch bleibt die langfristige Bilanz des Fonds positiv: Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier ein Plus von 69 %.

Die aktuelle Schwächephase wird am Markt als eine Phase der Neubewertung gesehen, in der Anleger das hohe Tempo des KI-Ausbaus gegen die makroökonomischen Risiken abwägen. Das Augenmerk richtet sich nun darauf, ob die kommenden Unternehmenszahlen die hohen Erwartungen an die Rentabilität der Technologie erfüllen können.

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