Der VanEck Semiconductor UCITS ETF verzeichnet am heutigen Dienstag einen Kursanstieg von 2,1 Prozent und notiert bei 93,94 Euro. Dieser Zuwachs unterstreicht die anhaltende Dynamik im Chipsektor, die maßgeblich durch eine massive Nachfrage nach spezialisierter Hardware für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) befeuert wird. Seit Beginn des Jahres hat der ETF damit ein Plus von 76 Prozent erzielt.
Micron erreicht Meilenstein bei Speicherchips
Ein zentraler Impulsgeber für die Branche war gestern die Kursentwicklung bei Micron Technology. Die Aktie des Speicherspezialisten schloss am Montag bei 1.016,59 US-Dollar und überwand damit erstmals seit Mitte August wieder die psychologisch wichtige Marke von 1.000 Dollar. Medienberichten zufolge treibt die beispiellose Nachfrage nach High-Bandwidth-Memory (HBM), der in KI-Rechenzentren unverzichtbar ist, den Wert nach oben.
Der CEO von Micron wies darauf hin, dass die Erwartungen für das Wachstum bei Server-Speichern deutlich angehoben wurden. Lag die Prognose zu Beginn des Jahres 2025 noch bei 10 Prozent, wird für das Jahresende nun ein Wachstum im hohen Zehnerbereich erwartet.
Die Lieferkapazitäten für HBM-Chips sind für das gesamte Jahr 2026 bereits vollständig zu fest vereinbarten Preisen ausverkauft. Diese Verknappung könnte laut Einschätzung von SK Hynix sogar bis zum Jahr 2030 anhalten, da neue Produktionsstätten erst Ende des Jahrzehnts den Betrieb in vollem Umfang aufnehmen werden.
Broadcom und Nvidia mit starken Wachstumssignalen
Zusätzliche Unterstützung erhält der Sektor durch die jüngsten Geschäftszahlen von Broadcom. Das Unternehmen meldete am Mittwoch vergangener Woche für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Umsatz von 29,59 Milliarden US-Dollar.
Besonders das Segment der KI-Halbleiter stach mit einem Erlöswachstum von 221 Prozent im Vergleich zum Vorjahr hervor. Für das vierte Quartal rechnet das Management mit einer weiteren Beschleunigung der Dynamik.
Parallel dazu hat Nvidia seine Lieferverpflichtungen massiv ausgeweitet. Diese stiegen von 119 Milliarden US-Dollar im Vorquartal auf nunmehr 279 Milliarden US-Dollar.
Ein Großteil dieser Summe steht in direktem Zusammenhang mit dem Bedarf an Speicherkomponenten, was die langfristigen Wachstumsaussichten für Speicherhersteller wie Micron untermauert. Analysten bewerten die Situation entsprechend positiv: Das durchschnittliche Kursziel von 38 Experten für die Micron-Aktie liegt derzeit bei 1.295,63 US-Dollar.
Kapazitätsausbau bei Auftragsfertigern
Auch die Zulieferer und Auftragsfertiger reagieren auf den Boom. TSMC verzeichnete am Freitag eine um 90 Prozent gestiegene Nachfrage nach Anlagen zur Chipherstellung und weitete seine Kapazitäten in diesem Jahr bereits um das Fünffache aus.
Dennoch bleibt die Produktion hinter der weltweiten Nachfrage zurück. In Europa sicherte sich AMD am selben Tag einen Vertrag über 450 Millionen US-Dollar, um den Supercomputer LUMI-AI mit Rechenleistung zu versorgen.
Anleger richten ihren Blick nun auf den 30. September. An diesem Termin wird Micron Technology seine Ergebnisse für das vierte Geschäftsquartal vorlegen, die weitere Aufschlüsse über die Nachhaltigkeit der aktuellen Margenentwicklung im Speichersegment geben dürften. Trotz der jüngsten Rallye notiert der VanEck Semiconductor UCITS ETF derzeit noch etwa 16 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, das Ende Juni bei 111,18 Euro markiert wurde.
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