Gestern gab VanEck bekannt, dass das verwaltete Nettovermögen des Semiconductor UCITS ETF auf 8,6 Milliarden US-Dollar gestiegen ist. Diese Entwicklung unterstreicht das anhaltende Interesse der Anleger an der Halbleiterindustrie, die sich inmitten eines massiven Expansionszyklus befindet.
Während der ETF am heutigen Dienstag einen Kursrückgang von 1,7 Prozent auf 88,29 Euro verzeichnet, spiegelt die langfristige Dynamik die Erwartungen an eine technologische Transformation wider.
Prognosen für globalen Halbleitermarkt steigen deutlich
Die Grundlage für das Wachstum der Branche bilden optimistische Umsatzprognosen. Medienberichten zufolge rechnet das Analysehaus Gartner für das Jahr 2026 mit einem Anstieg des weltweiten Halbleiterumsatzes um 92 Prozent auf rund 1,6 Billionen US-Dollar.
Besonders das Segment der Speicherchips soll mit einem erwarteten Volumen von 837,3 Milliarden US-Dollar eine tragende Rolle spielen. Experten von BMO Capital identifizierten in diesem Zusammenhang einen durch künstliche Intelligenz getriebenen „Superzyklus“, der insbesondere Speicherherstellern zugute kommen dürfte.
Parallel dazu hob S&P Global Ratings die Kreditwürdigkeit von Micron Technology am 19. August von „BBB“ auf „BBB+“ an. Die Ratingagentur begründete diesen Schritt mit einer gestiegenen Zuversicht in die KI-basierte Nachfrage, die bis weit in das Jahr 2028 anhalten könnte.
Auch bei anderen Branchengrößen zeigen sich Anzeichen für eine Festigung der Marktposition. Taiwan Semiconductor Manufacturing Co verzeichnete am 18. August einen Insiderkauf durch Vice President Lipen Yuan, der 1.000 Aktien des Unternehmens erwarb.
Nvidia und AMD untermauern Wachstumsdynamik
Ein wesentlicher Treiber für den Erfolg des Sektors bleiben die Geschäftszahlen der führenden Chip-Entwickler. Nvidia meldete am vergangenen Mittwoch für das zweite Quartal einen Umsatz von 96,2 Milliarden US-Dollar und einen Gewinn pro Aktie von 2,22 US-Dollar. Damit übertraf das Unternehmen die Erwartungen der Analysten deutlich.
In der Folge passten Häuser wie Raymond James und Wedbush ihre Kursziele auf 352 US-Dollar beziehungsweise 345 US-Dollar nach oben an. Zudem gab Nvidia bekannt, im im Juli beendeten Quartal eigene Aktien im Wert von 20 Milliarden US-Dollar zurückgekauft zu haben.
Auch Advanced Micro Devices (AMD) lieferte positive Signale. Das Unternehmen konnte seinen Umsatz im zweiten Quartal um 50,1 Prozent auf 11,54 Milliarden US-Dollar steigern. Dies führte am Samstag zu einer Hochstufung durch Wall Street Zen von „Hold“ auf „Buy“. Raymond James erhöhte bereits am 25. August das Kursziel für AMD auf 641 US-Dollar und stufte das Papier als „Strong Buy“ ein.
Analysten sehen Potenzial bei Ausrüstern
Neben den Chipherstellern stehen auch die Ausrüster im Fokus der Beobachter. Für ASML Holding erhöhte die Erste Group Bank am vergangenen Donnerstag ihre Prognose für den Gewinn pro Aktie im Geschäftsjahr 2026 auf 45,71 US-Dollar. Die Bank of America bekräftigte am 25. August ihre Kaufempfehlung für ASML und bezeichnete die jüngsten Kursrückgänge als ungerechtfertigt.
Trotz der kurzfristigen Volatilität am heutigen Handelstag weist der VanEck Semiconductor UCITS ETF seit Jahresbeginn eine Performance von 66 Prozent auf. Die Anleger blicken nun auf die kommenden Monate, in denen sich zeigen muss, ob die ambitionierten Umsatzziele der Branche angesichts der hohen Investitionen in KI-Infrastruktur erreicht werden können.
Die Konsolidierung des ETF-Volumens auf über 8 Milliarden US-Dollar verdeutlicht jedoch, dass institutionelle wie private Anleger das Thema Halbleiter weiterhin als Kernbestandteil ihrer Technologiestrategie betrachten.
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