VanEck Semiconductor ETF: CoreCap steigert Position um 212,2 Prozent

Trotz Branchenvolatilität stocken Vermögensverwalter ihre ETF-Positionen deutlich auf. AMD-Enttäuschung und Speicherchip-Boom prägen das aktuelle Marktgeschehen.

Auf einen Blick:
  • Institutionelle Anleger erhöhen ETF-Bestände
  • AMD-Zahlen enttäuschen trotz Rekordumsatz
  • Speicherchip-Engpass treibt Branchennachfrage
  • ETF-Kurs erholt sich um 15 Prozent

Während der Halbleitersektor zwischen Kurssturz und Erholung pendelt, greifen institutionelle Anleger beim VanEck Semiconductor ETF beherzt zu. Mehrere Vermögensverwalter haben ihre Bestände in den vergangenen beiden Quartalen kräftig ausgebaut – ausgerechnet in einer Phase, in der die Branche von scharfen Kursschwankungen geprägt ist.

Institutionelle Anleger stocken auf

Quantinno Capital Management erhöhte seinen Bestand im ersten Quartal um 7,9 Prozent auf 24.461 Aktien im Wert von 9,378 Millionen Dollar. Andere Häuser legten im zweiten Quartal noch deutlich kräftiger nach.

CoreCap Advisors etwa verdreifachte seine Position nahezu und hält nun 24.802 Aktien im Wert von 16,267 Millionen Dollar – ein Zuwachs von 212,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Auch kleinere Adressen zogen nach: Value Investment Professionals eröffnete eine neue Position über 2.033 Aktien, während Moulton Wealth Management seinen Bestand um 40,7 Prozent auf 5.076 Aktien aufstockte. Weitere Namen wie AQR Capital Management, Empowered Funds, EverSource, Migdal, Allspring und Mirae Asset erhöhten ihre Anteile ebenfalls, teils um mehr als das Doppelte, während First Trust, Gamco, Leo Wealth und Cane Capital erstmals einstiegen.

AMD-Zahlen sorgen für Nervosität

Der Hintergrund dieser Zukäufe ist eine Woche extremer Ausschläge im Sektor. Chip-Aktien hatten in der Vorwoche nach Angaben von Wealth Professional mehr als eine Billion Dollar an Marktkapitalisierung verloren, bevor sich der Markt wieder fing. James Learmonth von Harvest ETFs bezeichnete die Wachstumspause als gesund und verwies darauf, dass der Ausbau der KI-Infrastruktur noch am Anfang stehe.

AMD übertraf am Mittwoch mit einem Umsatz von 11,54 Milliarden Dollar und einem Gewinn pro Aktie von 1,66 Dollar die Erwartungen der Analysten deutlich, das Rechenzentrumsgeschäft wuchs um 107 Prozent. Dennoch brach die Aktie im Handelsverlauf um bis zu 9 Prozent ein.

Anleger sorgen sich offenbar weniger um die Nachfrage als um deren Herkunft: AMD hängt stark von wenigen Großkunden wie OpenAI, Meta und Microsoft ab, während die Investitionsausgaben des Unternehmens sich binnen eines Jahres nahezu verdreifachten. Zusätzlich belastete die Nachricht, dass SpaceX sich für seine KI-Chips exklusiv für Nvidia entschieden hat.

Speicherchip-Boom als Rückenwind

Parallel dazu treibt ein historischer Engpass bei Speicherchips die gesamte Branche an. Elon Musk erklärte bei einer Telefonkonferenz, die Nachfrage nach Speicherchips wachse um 200 Prozent pro Jahr, während die Produktion nur um 20 Prozent zulege – die Preise dürften entsprechend weiter steigen. Goldman Sachs bekräftigte parallel sein Kaufvotum für Samsung und SK Hynix und erwartet für 2027 einen kräftigen Anstieg der HBM-Speicherpreise.

Auch Apple und Microsoft spüren den Engpass bereits über höhere Einkaufspreise, was die strukturelle Nachfragestory für Speicherhersteller wie Micron, SK Hynix und Samsung untermauert – allesamt Werte, die im Halbleitersektor mitschwingen.

Kursbild bleibt volatil

Der europäische VanEck Semiconductor UCITS ETF bildet diese Bewegung nach: Nach dem Ausverkauf der vergangenen Wochen hat sich der Kurs binnen sieben Handelstagen um 15,34 Prozent erholt. Am Mittwoch gibt das Papier moderat nach und notiert bei 94,27 Euro, ein Minus von 0,58 Prozent gegenüber dem Vortag.

Für Anleger im Fonds ergibt sich damit eine widersprüchliche Gemengelage: Rekordinvestitionen der Cloud-Konzerne und der historische Speicherengpass sprechen für strukturelles Wachstum, während Reaktionen wie beim AMD-Kurssturz zeigen, wie nervös der Markt auf jede Abweichung von überzogenen Erwartungen reagiert. Die jüngsten Zukäufe zahlreicher institutioneller Adressen deuten darauf hin, dass viele Fondsmanager die Korrektur der vergangenen Wochen als Einstiegsgelegenheit betrachten.

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