VanEck Semiconductor ETF: Chinesischer Rivale für Applied Materials

Chinesische Konkurrenz und drohende Exportkontrollen belasten US-Halbleiterausrüster im VanEck Semiconductor ETF. Der Fonds verliert, während asiatische Speicherchips Rallye feiern.

Auf einen Blick:
  • Chinesischer Rivale bedroht US-Ausrüster
  • AMD trotz starker Zahlen unter Druck
  • Speicherchip-Rallye treibt asiatische Märkte
  • ETF notiert 17 Prozent unter Rekordhoch

Ein neuer Rivale aus China bringt zwei Schwergewichte im VanEck Semiconductor ETF unter Druck. Gleichzeitig feiert der breite Chipmarkt in Asien Kursgewinne. Diese Gegenläufigkeit drückt den Fonds an diesem Donnerstag um 0,58 Prozent auf 92,12 Euro.

Chinesischer Ausrüster fordert US-Toolmaker heraus

Der Kospi legte um 4,0 Prozent zu, angetrieben von SK Hynix und Samsung. Die asiatischen Börsen setzten damit die Rekordrally der Wall Street fort.

Für den VanEck-Fonds zählt aber eine andere Meldung mehr. Laut Reuters prüfen große Techkonzerne den Einsatz von Fertigungsanlagen des chinesischen Herstellers Advanced Micro-Fabrication Equipment in ihren chinesischen Werken. Das trifft zwei ETF-Positionen direkt: Applied Materials und Lam Research liefern bislang die Ätzanlagen aus den USA. Beide Firmen laufen nun Gefahr, durch strengere Exportregeln zusätzlich ausgebremst zu werden.

Die Financial Times berichtet zudem, dass chinesische Regulierer über schärfere Exportkontrollen für KI- und Halbleitertechnologie nachdenken. Für die US-Anlagenbauer im Fondsportfolio wächst damit die regulatorische Unsicherheit von zwei Seiten gleichzeitig.

Nervöse Reaktionen auf Quartalszahlen

Der Kursausschlag im ETF spiegelt auch die Unruhe nach zwei viel beachteten Quartalsberichten wider. AMD übertraf bei Umsatz und Ausblick die Erwartungen der Wall Street. Trotzdem verlor die Aktie nachbörslich 8,8 Prozent. Der Grund: Nach einem Kursplus von 142 Prozent seit Jahresbeginn reichten selbst starke Zahlen den Anlegern nicht mehr.

Auch SpaceX schlug die Analystenschätzungen, verzeichnete aber ebenfalls deutliche Verluste. Die von Quartalsberichten getriebene Rally an den US-Börsen setzte sich trotz dieser Enttäuschungen fort und trieb die Indizes auf neue Rekordstände.

Bei Taiwan Semiconductor Manufacturing zeigte sich am Mittwoch ein ähnliches Bild in kleinerem Maßstab. Die Aktie gab um 0,55 Prozent auf 414,88 US-Dollar nach, blieb aber im übergeordneten Aufwärtstrend. TSMC notiert weiterhin rund 15,7 Prozent über der 200-Tage-Linie. Für den VanEck-Fonds bleibt das Unternehmen eine der größten Einzelpositionen.

Speicherchips treiben die Rally

Während Ausrüster und Auftragsfertiger mit Gegenwind kämpfen, läuft das Speichersegment auf Hochtouren. Der PHLX Semiconductor Index sprang um mehr als 6 Prozent und zog den S&P 500 auf neue Höchststände. Micron Technology gewann 8 Prozent, SK Hynix 6 Prozent, Marvell Technology sogar 14 Prozent.

Intel legte um 10 Prozent zu, Nvidia knapp 2 Prozent, AMD stieg vor den Quartalszahlen um 7 Prozent. Diese Erholung folgt auf einen harten Rückschlag: Im Vormonat war der Sektor aus Rekordhöhen um mehr als 20 Prozent abgestürzt. Sorgen um die KI-Ausgaben der großen Cloud-Anbieter und Chinas technologischen Aufholprozess hatten den Ausverkauf ausgelöst.

Geopolitik bleibt Belastungsfaktor

Auch außerhalb des Chipsektors bewegt sich das Risikobild. Der Ölpreis für Brent-Rohöl gab weiter nach, was Anleihen stützte und die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen drückte. Märkte reduzierten parallel ihre Wetten auf weitere Zinsstraffungen der Fed.

Katar meldete Fortschritte bei Vermittlungsversuchen im Konflikt zwischen den USA und Iran. Solche makroökonomischen Signale wirken unmittelbar auf kapitalintensive Halbleiterwerte, die das ETF-Portfolio dominieren.

Der Fonds notiert derzeit 17,14 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 111,18 Euro aus Ende Juni. Zum 52-Wochen-Tief von 40,30 Euro im August 2025 beträgt der Abstand dagegen mehr als 128 Prozent. Diese Spanne zeigt, wie stark der Sektor im vergangenen Jahr zwischen Euphorie und Sorge geschwankt hat – und wie sehr chinesische Konkurrenz künftig zum entscheidenden Unsicherheitsfaktor für US-Anlagenbauer werden könnte.

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