Trotz eines volatilen Marktumfelds und neuerlicher Zinssorgen verzeichneten Halbleiterwerte am Freitag deutliche Kursgewinne. Der VanEck Semiconductor UCITS ETF profitierte von dieser Dynamik, legte am Freitag um 2,9 % zu und schloss bei einem Kurs von 90,96 Euro.
Wesentliche Impulse lieferten starke Geschäftszahlen führender Branchenvertreter wie Broadcom sowie eine signifikante Anhebung der Jahresprognose durch den europäischen Branchenausrüster ASML.
KI-Wachstum treibt Broadcom und Nvidia an
Broadcom meldete für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen massiven Anstieg der Erlöse im Bereich Künstliche Intelligenz. Der KI-bezogene Halbleiterumsatz kletterte im Jahresvergleich um 221 % auf 16,7 Milliarden US-Dollar. Für das kommende Quartal stellt das Unternehmen bereits 21,7 Milliarden US-Dollar in Aussicht, während das langfristige Ziel für das Jahr 2027 bei 115 Milliarden US-Dollar liegt.
Parallel dazu setzt Nvidia seinen Expansionskurs fort. Das Unternehmen gab bekannt, den KI-Spezialisten Hugging Face für eine Summe von rund 12,9 Milliarden US-Dollar zu übernehmen. Analysten werten diesen Schritt als Signal für eine weitere Konsolidierung im Bereich der KI-Infrastruktur.
Die Marktkapitalisierung von Nvidia festigte sich damit oberhalb der Marke von 4 Billionen US-Dollar, während die Bruttomargen für das vierte Quartal des laufenden Geschäftsjahres stabil zwischen 71 % und 72 % erwartet werden.
ASML und TSMC mit optimistischen Ausblicken
Der niederländische Lithografie-Spezialist ASML überraschte den Markt mit einer deutlichen Anhebung seiner Ziele für das Gesamtjahr 2026. Das Unternehmen erwartet nun einen Jahresumsatz zwischen 43 und 45 Milliarden Euro, nachdem die vorherige Spanne lediglich bis zu 40 Milliarden Euro reichte.
Auch die Erwartungen an die Bruttomarge wurden auf 54 % bis 56 % nach oben korrigiert. Um der globalen Nachfrage gerecht zu werden, plant ASML, die Produktionskapazitäten für seine Belichtungssysteme in den Jahren 2027 und 2028 um jeweils 30 % zu steigern.
Auch aus Taiwan kamen positive Signale. TSMC meldete für Juli einen neuen Rekordumsatz, der im Vergleich zum Vorjahr um 44,7 % zulegte. Ein wesentlicher Treiber ist der neue N2-Produktionsprozess, der sich seit Juni in der Hochvolumenfertigung befindet.
Das Unternehmen strebt an, die Kapazität für diese Technologie bis zum Jahresende auf 100.000 Wafer pro Monat auszuweiten, womit das N2-Verfahren bereits mehr als 10 % zum Gesamtumsatz beitragen dürfte.
Makroökonomischer Gegenwind durch US-Arbeitsmarktdaten
Die Kursgewinne im Chipsektor standen im Kontrast zu einer insgesamt nervösen Stimmung an den US-Börsen. Auslöser war der am Freitag veröffentlichte Arbeitsmarktbericht für August. Mit 162.000 neu geschaffenen Stellen wurden die Markterwartungen von lediglich 53.000 deutlich übertroffen. Diese konjunkturelle Stärke schürte unter Anlegern die Sorge vor weiteren Zinsschritten der US-Notenbank.
Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung am 16. September stieg Medienberichten zufolge auf über 58 %. Während Softwaretitel und Apple am Freitag Verluste hinnehmen mussten, blieb der Halbleiterindex PHLX Semiconductor mit einem Plus von 3,4 % deutlich im positiven Bereich.
Unterstützt wurde der Sektor zudem durch robuste globale Verkaufsdaten: Im Juli stiegen die weltweiten Chip-Umsätze auf 146,8 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von über 135 % gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Der VanEck Semiconductor UCITS ETF unterstreicht mit einem Zuwachs von 71 % seit Jahresbeginn die anhaltende Relevanz des Sektors für das laufende Börsenjahr.
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