VanEck Semiconductor ETF: Allzeithoch bei 111,18 Euro

Der Halbleiter-ETF notiert nahe seinem Allzeithoch, während Anleger angesichts hoher Volatilität und Warnsignalen Gewinne sichern.

Auf einen Blick:
  • ETF nahe Allzeithoch bei 109 Euro
  • Chipwerte legen Billionen an Wert zu
  • Anleger nehmen Gewinne mit
  • KI-Zyklus treibt Nachfrage langfristig

Fast verdreifacht in zwölf Monaten — und trotzdem zögern Anleger. Der VanEck Semiconductor UCITS ETF notiert am Mittwoch bei 109,32 Euro, knapp unter seinem Allzeithoch von 111,18 Euro. Die Stimmung im Sektor ist gespalten: Fundamentaldaten so stark wie selten, technische Warnsignale so laut wie seit Jahren nicht.

Billionen-Rally im Chipsektor

Das zweite Quartal 2026 war für Halbleiteraktien historisch. Allein Micron, Intel und AMD legten zusammen rund zwei Billionen Dollar an Marktkapitalisierung zu. Kapital floss dabei massiv aus Software-Konzernen in die Hardware-Zulieferer der KI-Infrastruktur.

AMD erreichte am 1. Juli ein Rekordhoch von 580,91 Dollar. Treiber war ein Umsatzwachstum im Rechenzentrumsgeschäft von 57 Prozent im Jahresvergleich. Analysten rechnen damit, dass der adressierbare Markt für Server-CPUs bis 2030 auf über 120 Milliarden Dollar wächst.

Der Philadelphia Semiconductor Index legte im zweiten Quartal über 87 Prozent zu. Der ETF selbst steht seit Jahresbeginn mit knapp 99 Prozent im Plus — und liegt 18 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 92,64 Euro.

Gewinnmitnahmen und technische Spannung

Kein Wunder, dass einige Investoren jetzt Kasse machen. Daten der Deutschen Börse zeigen erhöhte Abflüsse aus dem ETF. Teile des Kapitals wandern in breit gestreute Indizes wie den MSCI World oder FTSE All-World.

Die Volatilität des Sektors gegenüber dem S&P 500 hat ein Elfjahreshoch erreicht. Bekannt gewordene Short-Positionen von Michael Burry auf Halbleiter-ETFs befeuern die Diskussion über eine mögliche Überhitzung — Burry zieht Parallelen zur Dotcom-Blase.

Ausblick: KI-Zyklus mit langem Atem

Strukturell bleibt die Nachfrage robust. Der globale Halbleitermarkt soll 2026 auf 1,3 Billionen Dollar wachsen. KI-Infrastrukturausgaben der großen Technologiekonzerne könnten die Billion-Dollar-Marke überschreiten.

Nomura hat jüngst die Kursziele für mehrere Chiphersteller angehoben und erwartet, dass der aktuelle KI-Investitionszyklus bis 2028 anhält. Allerdings drohen Gegenwind: In den USA läuft eine Kartellklage gegen führende Speicherchiphersteller wegen angeblicher Absprachen bei DRAM-Preisen und Produktionsmengen. Wie weit das Verfahren die Sektorstimmung belastet, hängt vom weiteren Verlauf der Ermittlungen ab.

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