Der VanEck Semiconductor UCITS ETF verliert am Freitag 0,91 Prozent und fällt auf 95,57 Euro. Auslöser ist eine gemischte Quartalsbilanz von Intel, einem der Schwergewichte im Fonds. Der Rücksetzer kommt nach einer starken Woche für Chipwerte – und zeigt, wie schnell die Stimmung im Sektor kippen kann.
Intel liefert zwiespältige Zahlen
Intel meldete am Donnerstag sein Ergebnis für das zweite Quartal 2026. Der Umsatz kletterte um 25 Prozent auf 16,1 Milliarden US-Dollar. Beim Gewinn zeigte sich ein anderes Bild.
Unterm Strich stand ein Verlust von 2,16 US-Dollar je Aktie. Bereinigt verdiente Intel dagegen 0,42 US-Dollar je Aktie – die Kennzahl, auf die der Markt meist stärker schaut.
Für das dritte Quartal rechnet Intel mit einem Umsatz zwischen 15,8 und 16,8 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll bei 0,38 US-Dollar landen. CEO Lip-Bu Tan verwies auf die anhaltende KI-Nachfrage: „AI is driving unprecedented demand for compute, and as we continue to execute, Intel is well-positioned to capture sustainable growth across our CPU franchise, ASICs, advanced packaging and vast wafer foundry network.“
Die Aktie war den Zahlen bereits deutlich vorausgelaufen. Am Dienstag hatte eine Reihe von Ankündigungen für eine Rallye gesorgt: Intel kündigte an, dass ausgewählte Xeon-6700P-Prozessoren ab August oder September 2026 den schnelleren 8000-MT/s-RDIMM-Speicherstandard unterstützen. Parallel dazu bestätigte der Konzern eine erweiterte KI-Partnerschaft mit Google Cloud sowie einen Fertigungsdeal für den 18A-Prozess mit einem großen Cloud-Anbieter.
Taiwan Semiconductor bleibt unter geopolitischem Druck
Auch bei Taiwan Semiconductor, dem zweiten Schwergewicht im Portfolio, gab es am Donnerstag Neuigkeiten. Berichten zufolge baut das Unternehmen seine Fertigungskapazitäten vorsichtig aus. Die Aktie handelt jedoch weiterhin mit einem Abschlag – geopolitische Risiken rund um Taiwan belasten die Bewertung.
Chipwerte lösen sich von den Tech-Riesen
Der Gesamtmarkt zeigte sich am Freitag uneinheitlich. An den US-Börsen zeichnete sich eine Erholung ab, nachdem Brent-Rohöl unter die Marke von 100 US-Dollar je Barrel gefallen war. Auf Wochensicht bleiben die Märkte dennoch auf Kurs für Verluste – Investoren ringen mit neuen globalen Zöllen, KI-Sorgen und steigenden Anleiherenditen.
Bemerkenswert ist eine Verschiebung, die sich zuletzt herausgebildet hat. Chip- und Halbleiterwerte liefen lange im Gleichlauf mit den großen Technologiekonzernen. Am Donnerstag brach dieses Muster auf: Alphabet und Tesla gaben wegen ihrer hohen Investitionsausgaben deutlich nach, während Chipwerte kaum betroffen waren. Kevin Gordon, Leiter der Makroforschung beim Schwab Center for Financial Research, bringt es auf den Punkt: Zwischen Hyperscalern und Halbleitern bestehe aktuell praktisch keine Korrelation mehr.
Charttechnik zeigt Konsolidierung
Der ETF notiert derzeit rund 2,5 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 98,00 Euro. Vom Rekordhoch bei 111,18 Euro, erreicht am 30. Juni, trennen den Kurs noch etwa 14 Prozent. Der breitere Aufwärtstrend bleibt davon unberührt: Auf Zwölfmonatssicht steht ein Plus von über 134 Prozent zu Buche.
Die nächste Belastungsprobe für den Sektor folgt bereits kommende Woche. Am 29. Juli legen Lam Research und Qualcomm ihre Quartalszahlen vor – zwei weitere Werte mit Gewicht im Portfolio des VanEck Semiconductor UCITS ETF.
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