VanEck Semiconductor ETF: 8,7 Mrd Dollar AUM

Der VanEck Semiconductor ETF zeigt trotz eines Jahresplus von 142 Prozent eine volatile Entwicklung und bleibt unter seinem Rekordhoch.

Auf einen Blick:
  • ETF legt kurzfristig um 2,24 Prozent zu
  • Jahresgewinn von 142 Prozent erzielt
  • Künstliche Intelligenz treibt die Nachfrage
  • Langfristiger Aufwärtstrend bleibt intakt

Ein Plus von 142 Prozent binnen zwölf Monaten — und trotzdem liegt der VanEck Semiconductor UCITS ETF noch über zehn Prozent unter seinem Rekordhoch. Diese Diskrepanz zeigt, wie heftig die Schwankungen im Halbleitersektor derzeit ausfallen. Am Dienstag legte der Fonds um 2,24 Prozent zu und kletterte auf 99,82 Euro.

Der Rekord vom 30. Juni bei 111,18 Euro bleibt vorerst außer Reichweite. Zum Vergleich: Vor einem Jahr, am 23. Juli 2025, notierte der ETF bei nur 40,55 Euro. Wer seither eingestiegen ist, sitzt auf einem Gewinn von 146 Prozent.

Kurzfristige Erholung, mittelfristige Delle

Der aktuelle Kursanstieg ist Teil einer breiteren Erholungsbewegung. Binnen sieben Tagen stieg der ETF um knapp vier Prozent. Auf Monatssicht zeigt sich allerdings ein anderes Bild: Über 30 Tage steht ein Minus von 4,52 Prozent.

Seit Jahresbeginn liegt der Fonds trotzdem mit 81,62 Prozent im Plus. Der 50-Tage-Durchschnitt bei 96,77 Euro liegt inzwischen unter dem aktuellen Kurs — ein Signal für kurzfristigen Aufwärtsdruck. Der RSI von 50,3 deutet dabei auf ein neutrales Marktumfeld hin, weder überkauft noch überverkauft.

Die annualisierte Volatilität von knapp 64 Prozent über die vergangenen 30 Tage zeigt aber: Ruhig geht es in diesem Segment nicht zu. Wer hier investiert, muss mit kräftigen Ausschlägen in beide Richtungen rechnen.

KI-Nachfrage treibt den Sektor

Der Fonds bildet den MarketVector US Listed Semiconductor 10% Capped Screened Index nach. Er bündelt reine Halbleiterwerte — Unternehmen, die mindestens die Hälfte ihres Umsatzes mit Chips oder verwandten Aktivitäten erzielen. Eine Kappungsgrenze von zehn Prozent pro Einzeltitel soll für Streuung sorgen.

Zu den größten Positionen zählten zuletzt Advanced Micro Devices, Micron Technology, Broadcom und Taiwan Semiconductor Manufacturing. Der Treiber hinter der Rally ist branchenweit derselbe: der Ausbau von KI-Infrastruktur. Die Nachfrage erfasst dabei nicht nur Chiphersteller selbst, sondern auch Speicherproduzenten und Ausrüster für die Fertigung.

Der Fonds startete im Dezember 2020 als erster UCITS-ETF Europas mit gezieltem Fokus auf den Halbleitersektor. Verwaltet werden inzwischen 8,7 Milliarden Dollar, Stand 13. Juli. Die jährliche Gesamtkostenquote liegt bei 0,35 Prozent, nachgebildet wird der Index per vollständiger Replikation.

Mit einem Abstand von 48 Prozent zum 200-Tage-Durchschnitt bei 67,39 Euro bleibt der langfristige Aufwärtstrend intakt. Ob der ETF sein Juni-Hoch bei 111,18 Euro zurückerobert, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie lange die Investitionswelle in KI-Rechenzentren anhält.

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