VanEck Semiconductor ETF: 52-Wochen-Hoch vom 30. Juni

Trotz Rekordzahlen bei TSMC verzeichnet der VanEck Semiconductor ETF Kursverluste. Anleger zeigen sich besorgt über hohe KI-Investitionen und Bewertungen.

Auf einen Blick:
  • TSMC meldet Rekordquartal
  • Aktie fällt trotz starker Zahlen
  • Chip-ETF verliert an Wert
  • Anleger sorgen sich um KI-Bewertungen

Ausgerechnet nach Rekordzahlen ging es für die Chipbranche abwärts. Taiwan Semiconductor Manufacturing, größte Position im VanEck Semiconductor UCITS ETF, meldete ein Rekordquartal – und die Aktie fiel trotzdem. Der ETF selbst notiert am Donnerstag bei 96,97 Euro, ein Minus von 1,03 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss.

TSMC übertrifft Erwartungen, Aktie fällt trotzdem

Die Zahlen von TSMC lassen wenig zu wünschen übrig. Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal um 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Bruttomarge legte um 9,1 Prozentpunkte auf 67,7 Prozent zu, die operative Marge stieg um 10,7 Punkte auf 60,3 Prozent.

CEO C.C. Wei zeigte sich entsprechend zuversichtlich. Der Megatrend KI werde die Branche noch Jahre tragen, so seine Botschaft an die Investoren.

Der Markt sah das anders. TSMC-Aktien fielen nach der Vorlage um 5 Prozent und rissen Chipwerte weltweit mit nach unten. Der Grund: Anleger werden zunehmend nervös, wenn es um die schiere Höhe der KI-Investitionen geht – und TSMC steckt hier doppelt drin, als Investor in eigene Kapazitäten und als Zulieferer für Kunden mit ähnlich ambitionierten Ausgabenplänen.

Genau diese Ausgaben wachsen weiter. Das Unternehmen hob seine Prognose für Investitionsausgaben auf eine Spanne von 60 bis 64 Milliarden Dollar an. Der Finanzvorstand betonte zwar, man plane traditionell weit im Voraus und sehe keine Engpässe beim Kapazitätsausbau – die Börse blieb skeptisch.

Dazu kommt ein weiterer Ausbauschritt in den USA. TSMC will nochmals 100 Milliarden Dollar in seine Anlagen in Arizona investieren. Damit summiert sich das Gesamtvolumen dort auf 265 Milliarden Dollar.

Warum der ETF die Schwäche spürt

TSMC ist neben Nvidia und Broadcom eine der Schwergewichte im zugrundeliegenden Index des Fonds. Die Reaktion der Börse spiegelt weniger schlechte Fundamentaldaten wider als vielmehr ein generelles Unbehagen über die Bewertung der gesamten Branche.

In Taipeh fiel die TSMC-Aktie zeitweise um bis zu 4,5 Prozent, nachdem das Unternehmen sowohl seine Ausgaben- als auch seine Umsatzprognose angehoben hatte. Manche Analysten sprechen von Ermüdungserscheinungen nach einem mehrjährigen KI-Boom, gepaart mit Sorgen über steigende Kosten.

Das Problem bleibt nicht auf TSMC beschränkt. Ein Bloomberg-Index asiatischer Chipwerte brach um mehr als 5 Prozent ein und liegt damit rund 19 Prozent unter seinem Höchststand vom Juni. Die Unruhe unter Investoren baut sich schon seit Wochen auf – manche Marktbeobachter werten den Ausverkauf als Anzeichen dafür, dass die Stimmung nach der kräftigen Rally seit Jahresbeginn kippt und Zweifel an noch weiterem Kurspotenzial aufkommen.

Volatile Phase nach steilem Anstieg

Der aktuelle Rücksetzer folgt auf eine außergewöhnliche Kursentwicklung. Der ETF steht seit Jahresbeginn mit 82,03 Prozent im Plus, auf Zwölfmonatssicht sogar mit 139,11 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 111,18 Euro, erreicht am 30. Juni, ist der Fonds aktuell 12,78 Prozent entfernt.

Die kurzfristige Kursbewegung zeigt das typische Auf und Ab der Branche. Über sieben Tage legte der ETF um 4,17 Prozent zu, verlor aber auf 30-Tage-Sicht 5,95 Prozent. Die annualisierte Volatilität der letzten 30 Tage liegt bei 56,86 Prozent – ein Wert, der zeigt, wie stark die Stimmung zwischen KI-Euphorie und Bewertungssorgen hin- und herschwingt.

Fundamentaldaten intakt, Bewertung unter Druck

Auch andere Schwergewichte im Fonds gerieten zuletzt unter Druck. Analysten sind sich uneinig, ob es sich um eine gesunde Verschnaufpause oder eine ernsthaftere Neubewertung handelt.

Manche Stimmen im Markt argumentieren, die Nachfrage nach KI-Chips sei intakt geblieben – vom Cloud-Computing über Edge-Anwendungen bis zu maßgeschneiderten Chiplösungen, TSMC beliefert praktisch jeden wichtigen Player. Die aktuelle Kursschwäche wäre demnach eher eine Bewertungskorrektur als ein Bruch im Wachstumspfad der Branche.

Wie sich der ETF in den kommenden Tagen entwickelt, dürfte stark davon abhängen, wie andere Schwergewichte wie Nvidia im weiteren Verlauf der Berichtssaison abschneiden und welche Ausblicke sie geben.

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