Der Chip-Boom bekam zum Wochenende einen klaren Dämpfer. Der VanEck Semiconductor UCITS ETF fiel am Freitag auf 92,04 Euro und verlor damit 7,95 Prozent. Auslöser war kein einzelner Firmenpatzer, sondern ein Mix aus höheren Zinsen, Tech-Verkäufen und überhitzten Erwartungen an KI-Chips.
Der Rückschlag trifft einen Fonds, der zuvor stark gelaufen war. Über einen Monat liegt der ETF noch 8,70 Prozent im Plus, seit Jahresanfang sogar 67,47 Prozent. Genau diese Rally macht ihn anfällig, wenn Investoren Wachstumswerte neu bewerten.
Zinsdruck trifft teure Chipwerte
Der US-Arbeitsmarktbericht veränderte am Freitag die Stimmung. Im Mai kamen 172.000 neue Jobs hinzu, etwa doppelt so viele wie erwartet. Damit stiegen die Renditen am Anleihemarkt, und die Sorge vor länger straffer Geldpolitik kehrte zurück.
Für hoch bewertete Chipwerte ist das ein Problem. Künftige Gewinne zählen bei steigenden Zinsen weniger, besonders bei Titeln mit starkem KI-Aufschlag. Der Nasdaq Composite verlor am Freitag 4,2 Prozent, der S&P 500 gab 2,6 Prozent ab.
Der VanEck-ETF ist genau auf dieses Segment zugeschnitten. Er bildet den MarketVector US Listed Semiconductor 10% Capped Screened Index ab. Im jüngsten Factsheet lag das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 53,65, das Kurs-Buchwert-Verhältnis bei 12,34.
Broadcom liefert stark, Aktie belastet trotzdem
Broadcom verstärkte den Druck auf den Sektor. Der Konzern meldete für das zweite Geschäftsquartal einen Umsatz von 22,187 Milliarden Dollar, ein Plus von 48 Prozent. Der Nettogewinn stieg auf 9,310 Milliarden Dollar.
Auch im KI-Geschäft waren die Zahlen kräftig. Broadcom erzielte dort 10,8 Milliarden Dollar Umsatz und wuchs um 143 Prozent. Für das dritte Geschäftsquartal stellte das Management rund 29,4 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht.
Trotzdem reagierte der Markt negativ. Das zeigt, wie hoch die Erwartungen inzwischen liegen. Starke Zahlen reichen nicht automatisch, wenn Bewertungen bereits viel künftiges Wachstum einpreisen.
Für den ETF ist Broadcom mehr als eine Randposition. Die Aktie machte zuletzt 8,33 Prozent des Portfolios aus und war damit die drittgrößte Beteiligung. Schwäche bei Broadcom schlägt daher direkt auf den Fonds durch.
Konzentration verstärkt die Schwankungen
Der ETF hielt Ende Mai nur 25 Positionen. Die zehn größten Titel standen für 79,80 Prozent des Fondsvermögens. Das macht die Struktur schlagkräftig in Rallyphasen, erhöht aber den Druck bei Sektorverkäufen.
Micron Technology war mit 14,33 Prozent die größte Position. Advanced Micro Devices folgte mit 12,23 Prozent. Danach kam Broadcom mit 8,33 Prozent.
Intel brachte es auf 8,02 Prozent, Taiwan Semiconductor Manufacturing auf 7,51 Prozent. ASML lag bei 7,40 Prozent, Nvidia bei 7,23 Prozent.
Der Kursabstand zeigt, wie schnell die Stimmung kippte. Das 52-Wochen-Hoch lag bei 102,98 Euro und wurde am 3. Juni erreicht. Am Freitag notierte der ETF bereits 10,62 Prozent darunter.
Der langfristige Trend ist damit nicht gebrochen. Der Fonds liegt noch 17,32 Prozent über der 50-Tage-Linie und 54,41 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt. Der RSI von 55,1 signalisiert eher Abkühlung als Panik.
Breiter Markt, enger Fonds
Im Vergleich zu anderen europäischen Halbleiter-ETFs bleibt das VanEck-Produkt konzentrierter. Der iShares MSCI Global Semiconductors UCITS ETF setzt auf einen globalen MSCI-Halbleiterindex. Der HSBC Nasdaq Global Semiconductor UCITS ETF deckt die 80 größten globalen Halbleiterfirmen ab.
Bei den Kosten gibt es kaum Abstand. VanEck nennt eine Gesamtkostenquote von 0,35 Prozent. HSBC liegt bei 0,350 Prozent, iShares ebenfalls bei 0,35 Prozent.
Der Unterschied liegt damit eher im Aufbau. VanEck bündelt große liquide Chip- und Ausrüstungswerte stärker. Das kann bei KI-Euphorie helfen, macht den ETF aber empfindlich für schnelle Zins- und Bewertungswechsel.
Die neue Woche startet mit klaren Marken. Oberhalb bleibt das Hoch bei 102,98 Euro der Referenzpunkt, darunter rückt die 50-Tage-Linie bei 78,45 Euro in den Blick. Die 30-Tage-Volatilität von 46,22 Prozent zeigt, dass Bewegungen in diesem Segment rasch größer werden können.
VanEck Semiconductor UCITS ETF-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue VanEck Semiconductor UCITS ETF-Analyse vom 06. Juni liefert die Antwort:
Die neusten VanEck Semiconductor UCITS ETF-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für VanEck Semiconductor UCITS ETF-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 06. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
VanEck Semiconductor UCITS ETF: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...