Der VanEck Semiconductor ETF verzeichnete am Montag einen deutlichen Rücksetzer. Mit einem Minus von 4,64 Prozent fiel der Kurs auf 96,70 Euro. Eine gefährliche Mischung aus Geopolitik und massiven Gewinnmitnahmen im Speicherchip-Sektor beendete die jüngste Ruhe.
Geopolitik treibt Energiekosten
Die Spannungen im Nahen Osten belasten die Technologiebranche. Die US-Regierung hat eine Blockade iranischer Häfen angeordnet, die speziell den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus trifft. Rohöl der Sorte WTI verteuerte sich daraufhin um mehr als drei Prozent.
Hohe Energiekosten gelten als Risiko für die Margen der Halbleiterhersteller. Chip-Fabriken benötigen für ihre Produktion gewaltige Mengen an Strom. Entsprechend nervös reagierte der technologielastige Nasdaq auf die Meldungen aus Washington.
SK Hynix löst Kettenreaktion aus
Parallel dazu geriet das Segment der Speicherchips unter Druck. In Seoul brachen die Aktien von SK Hynix um 15 Prozent ein. Marktbeobachter werten dies als massives Gewinnmitnahme-Ereignis nach einer beispiellosen Rally.
Das Unternehmen hatte erst letzte Woche rund 26 Milliarden Dollar bei seinem Nasdaq-Debüt eingesammelt. Die Volatilität schwappte umgehend auf andere Schwergewichte im ETF über. Derzeit debattieren Investoren darüber, ob der Kapazitätsaufbau für Künstliche Intelligenz seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht hat.
Innerhalb des acht Milliarden Euro schweren Fonds wiegen Schwergewichte wie AMD und Micron besonders schwer. AMD verlor am Montag 4,34 Prozent, während Micron sogar um 5,52 Prozent nachgab. Das hohe Gewicht dieser Titel verstärkte den Abwärtssog.
Termine für die Trendwende
Trotz des aktuellen Kurssturzes bleibt die langfristige Investitionsbereitschaft in der Branche hoch. Micron plant bis zum Jahr 2035 Investitionen von 250 Milliarden Dollar in den USA. Die südkoreanische Regierung will parallel dazu den Bau neuer Chip-Fabriken beschleunigen.
Klarheit über die kurzfristige Dynamik bringen die nächsten 48 Stunden. Am Mittwoch veröffentlicht der Ausrüster ASML seine Quartalszahlen. Am Donnerstag folgt der taiwanische Gigant TSMC mit seinem Bericht. Diese Daten dürften die Richtung für die kommenden Monate vorgeben.
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