Der VanEck Semiconductor UCITS ETF hat sich am 21. Juli 2026 kräftig erholt. Nach Wochen mit deutlichen Verlusten sprang der Kurs um 4,01 Prozent auf 96,51 Euro. Getragen wurde die Bewegung von einer branchenweiten Rally bei Speicherchip-Herstellern, nachdem Morgan Stanley und JPMorgan den jüngsten Kurseinbruch bei Memory-Aktien öffentlich als Kaufgelegenheit bezeichnet hatten.
Speicherpreise ziehen den Sektor nach oben
Auslöser der Erholung war eine Neubewertung der Lage bei Speicherchips. Morgan Stanley und JPMorgan stuften den vorangegangenen Einbruch von 30 bis 40 Prozent bei Memory-Aktien als übertrieben ein und rechnen damit, dass die Speicherpreise im dritten Quartal um mindestens 25 Prozent gegenüber dem Vorquartal steigen. Anlass für den Optimismus sind anhaltende Engpässe bei Data-Center-Chips. Nach Angaben der Korea Economic Daily legten Samsung Electronics um 6,15 Prozent und SK Hynix um 4,08 Prozent zu, der KOSPI sprang um 3,56 Prozent auf 6.747,95 Punkte. Zuvor waren Einzeltitel wie Micron, SanDisk, Samsung und SK Hynix laut Marktberichten zwischenzeitlich um 31 bis 41 Prozent von ihren 52-Wochen-Hochs abgerutscht. JPMorgan bekräftigte laut BigGo sein KOSPI-Kursziel von 12.500 Punkten und stufte die Position weiterhin als „Overweight“ ein.
Auch in Europa zog der Sektor kräftig an. Laut dpa-AFX befand sich der globale Chipsektor auf Erholungskurs, Schnäppchenjäger griffen zu. Auf Xetra legten Infineon um 6,76 Prozent, STMicroelectronics um 5,40 Prozent und ASML um 4,22 Prozent zu. Kleinere Werte wie Elmos, Aixtron, Suss Microtec, PVA Tepla und LPKF verzeichneten laut dpa-AFX Kursgewinne zwischen 3,4 und 7,7 Prozent. In den USA stieg Micron im vorbörslichen Handel um gut sechs Prozent, nachdem Bank of America eine positive Einschätzung abgegeben hatte, Intel und Nvidia zogen ebenfalls an. Der Philadelphia Semiconductor Index hatte zuvor mehrere Handelstage mit Schwankungen von mehr als drei Prozent erlebt und notierte vor dem jüngsten Kurssprung rund 18 Prozent unter seinem Rekordhoch von Ende Juni.
Zuflüsse trotz Kursschwäche
Bereits vor der Erholung hatte der VanEck Semiconductor ETF nach Angaben von Renaissance Macro Research spürbare Mittelzuflüsse verzeichnet, obwohl Halbleiteraktien zuvor gefallen waren. Die Analysten wiesen allerdings darauf hin, dass übermäßige Zuflüsse historisch nur in 29 Prozent der Fälle zu positiven Renditen führten, während auf Abflüsse in 51 Prozent der Fälle Kursgewinne folgten. Das US-notierte Pendant SMH wies zuletzt eine Marktkapitalisierung von rund 70,51 Milliarden US-Dollar und ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 27,12 auf Basis der vergangenen zwölf Monate auf. Insiderverkäufe oder -käufe gab es in den vergangenen zwölf Monaten laut den Angaben nicht.
Gegenläufige Signale kamen von Morgan Stanley, die zugleich eine Rotation der KI-Investitionen weg von Chipherstellern hin zu Hyperscalern wie Microsoft, Amazon und Meta erwarten und ihre Ausgabenprognose für Cloud-Konzerne auf 805 Milliarden US-Dollar für 2026 und 1,116 Billionen US-Dollar für 2027 anhoben.
Charttechnisches Bild bleibt angespannt
Trotz des kräftigen Tagesgewinns bleibt die Erholung fragil. Der ETF notiert weiterhin 13,19 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 111,18 Euro, das er Ende Juni erreicht hatte. Zum 50-Tage-Durchschnitt von 97,53 Euro beträgt der Abstand noch 1,05 Prozent nach unten, der Kurs kämpft sich also erst zurück an seine mittelfristige Trendlinie heran. Die anstehende Berichtssaison dürfte richtungsweisend werden: Texas Instruments und IBM legen ihre Zahlen vor, Alphabet folgt am Mittwoch, Intel und SAP am Donnerstag. Wie belastbar die Erholung ist, wird sich an diesen Terminen zeigen.
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