VanEck Semiconductor ETF: 1,39 Mrd Dollar Zufluss nach NVIDIA-Zahlen

NVIDIAs Quartalszahlen treiben den VanEck Semiconductor ETF, während Währungsrisiken und ein neutrales Morningstar-Rating bremsen.

Auf einen Blick:
  • 1,39 Milliarden Dollar Tageszufluss
  • NVIDIA übertrifft Markterwartungen im zweiten Quartal
  • Goldman Sachs erhöht NVIDIAs Kursziel
  • Morningstar bewertet den ETF neutral

Inmitten einer dynamischen Berichtssaison im Technologiesektor zog der VanEck Semiconductor ETF zuletzt verstärkt das Interesse der Anleger auf sich. Am Mittwoch verzeichnete der börsengehandelte Fonds, der die Entwicklung der größten Halbleiterunternehmen abbildet, einen massiven Kapitalzufluss von 1,39 Milliarden US-Dollar an einem einzigen Handelstag.

Dieser Zufluss übertraf den Durchschnitt der vorangegangenen fünf Handelstage, der bei 903,3 Millionen US-Dollar lag, deutlich. Auslöser für diesen Liquiditätsschub war die jüngste Bilanzvorlage des schwersten Portfoliowerts NVIDIA, die eine sektorweite Rallye einleitete.

NVIDIA treibt das ETF-Portfolio an

Der Halbleiterhersteller NVIDIA, der im VanEck Semiconductor ETF mit einer Gewichtung von 22,89 Prozent die mit Abstand wichtigste Position einnimmt, präsentierte am Mittwoch seine Ergebnisse für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027. Mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 2,22 US-Dollar bei einem Umsatz von 96,2 Milliarden US-Dollar übertraf das Unternehmen die Konsensschätzungen am Markt.

Besonders optimistisch stimmte Investoren die Prognose für das dritte Quartal, in dem NVIDIA einen Umsatz von 108 Milliarden US-Dollar in Aussicht stellt.

Die Analysten reagierten prompt auf die Zahlenwerke. Goldman Sachs bekräftigte gestern die Kaufempfehlung für NVIDIA und hob das Kursziel von 285 auf 300 US-Dollar an. Die Experten begründeten diesen Schritt mit der anhaltend starken Nachfrage nach KI-Infrastruktur.

Bereits am Mittwoch hatte dasselbe Bankhaus zudem ASML, den mit 5,03 Prozent gewichteten Spezialisten für Lithografiesysteme, auf seine europäische Empfehlungsliste gesetzt. Grund hierfür sei die robuste Nachfrage nach fortschrittlichen Belichtungssystemen für die Produktion von KI-Chips.

Gemischte Signale bei weiteren Schwergewichten

Während NVIDIA für Euphorie sorgte, präsentierte sich die Nachrichtenlage bei anderen Kernbeteiligungen des ETF uneinheitlich. RBC Capital beurteilte Broadcom am Mittwoch weiterhin mit „Hold“, erhöhte jedoch das Kursziel von 360 auf 400 US-Dollar.

Zuvor hatten Medienberichte auf potenzielle Finanzierungsrisiken bei einer KI-Plattform von Broadcom hingewiesen, was zu einer Herabstufung von Kreditratings durch eine andere Ratingagentur am 14. August führte. Broadcom stellt mit 5,94 Prozent die drittgrößte Position im ETF dar, hinter Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC), die mit 9,54 Prozent gewichtet ist.

Trotz der massiven Zuflüsse zur Wochenmitte zeigt sich auf längere Sicht ein differenziertes Bild der Kapitalströme. Vor dem NVIDIA-Ereignis meldete der Fondsanbieter VanEck für den vergangenen Monat Nettoabflüsse in Höhe von 1,29 Milliarden US-Dollar. Seit Jahresbeginn summierten sich die Nettozuflüsse in den ETF dennoch auf insgesamt 6,85 Milliarden US-Dollar, was die grundsätzliche Attraktivität des Sektors unterstreicht.

Risiken durch Währungsfaktoren und Marktbewertung

Am heutigen Freitag rückten potenzielle Belastungsfaktoren für den Halbleitersektor in den Fokus. Marktbeobachter von Mott Capital Management warnten vor der gegenwärtigen Stärke des südkoreanischen Won gegenüber dem US-Dollar. Historisch korreliere ein starker Won häufig mit einem nachlassenden Momentum für Chip-Aktien und den SMH-ETF, was kurzfristigen Gegenwind bedeuten könnte.

Diese Einschätzung deckt sich teilweise mit einer Bewertung von Morningstar vom Dienstag. Das Analysehaus vergab für den VanEck Semiconductor ETF ein neutrales Rating. Dies deutet darauf hin, dass die Experten derzeit keine klare Outperformance gegenüber vergleichbaren Anlageprodukten erwarten.

Während der Halbleitersektor durch technologische Sprünge wie die High-NA EUV Lithografie bei ASML vorangetrieben wird, bleibt die Abhängigkeit von wenigen Großwerten und die Sensibilität gegenüber globalen Währungsverschiebungen ein zentraler Aspekt für die künftige Wertentwicklung des Fonds.

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