Inflation statt KI-Euphorie: Der Halbleitersektor hat einen Warnschuss bekommen. Ein heißer US-Inflationsbericht reichte aus, um Gewinnmitnahmen bei Chipwerten auszulösen. Für den VanEck Semiconductor UCITS ETF kommt der Rücksetzer zu einem heiklen Zeitpunkt.
Der ETF notiert am Mittwoch bei 89,68 Euro, ein Plus von 2,80 Prozent und zugleich ein neues Jahreshoch. In den vergangenen 30 Tagen liegt der Fonds 33,89 Prozent vorn, seit Jahresbeginn sogar 63,17 Prozent; der RSI von 70,5 signalisiert ein überhitztes Momentum.
Inflation trifft den Chiphandel
Der US-Verbraucherpreisindex stieg im April saisonbereinigt um 0,6 Prozent und lag auf Jahressicht bei 3,8 Prozent, dem stärksten Anstieg seit Mai 2023. Die Kerninflation legte um 0,4 Prozent zum Vormonat und um 2,8 Prozent zum Vorjahr zu. Beide Werte lagen über den Erwartungen.
Das traf einen Sektor, der zuvor stark gelaufen war. Die KI-Rally hatte sich längst nicht mehr nur auf Nvidia beschränkt, sondern viele Zulieferer, Ausrüster und Spezialchip-Anbieter nach oben gezogen. Genau diese Breite machte den Markt anfällig für eine schnelle Rotation.
Qualcomm verlor zeitweise mehr als 11 Prozent und steuerte auf den schwächsten Handelstag seit 2020 zu. Intel gab 8 Prozent nach, der Philadelphia Semiconductor Index rutschte um 5 Prozent ab.
Auch On Semiconductor und Skyworks Solutions fielen jeweils um mehr als 6 Prozent, während der iShares Semiconductor ETF rund 5 Prozent verlor. Nvidia hielt sich mit einem kleinen Plus von 0,61 Prozent gegen den Trend. Das zeigt: Die Nachfrage nach KI-GPUs bleibt ein eigener Treiber.
Applied Materials wird zum Prüfstein
Der nächste wichtige Termin folgt schnell. Applied Materials legt am 14. Mai die Zahlen für das zweite Geschäftsquartal vor und gehört zu den relevanten Positionen im Index, den der VanEck-ETF abbildet.
Der Ausrüster steht exemplarisch für die zweite Reihe des KI-Booms. Nicht nur Chips selbst sind gefragt, sondern auch Maschinen und Prozesse für Leading-Edge-Logik, High-Bandwidth-Memory und Advanced Packaging. Genau dort verdient Applied Materials mit margenstarken Produktlinien.
Die Unternehmensprognose sieht einen Umsatz von 7,65 Milliarden Dollar und ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 2,64 Dollar vor. Beim Geschäft mit Halbleiterausrüstung wird ein Wachstum von mehr als 20 Prozent erwartet. Enttäuschungen wären nach der starken Kursphase entsprechend schwerer zu verdauen.
Strukturtrend bleibt stark
Am langfristigen Nachfragebild ändert der Inflationsschock wenig. TSMC erwartet, dass der globale Halbleitermarkt bis 2030 auf 1,5 Billionen Dollar wächst, etwa doppelt so viel wie 2025. Die neue Schätzung liegt klar über der früheren Unternehmensprognose.
Hochleistungsrechnen und KI dürften bis dahin mehr als die Hälfte der Nachfrage ausmachen. Smartphones, Autos und vernetzte Geräte bleiben wichtig, verlieren aber relativ an Gewicht. Hinzu kommen die hohen Investitionspläne großer US-Cloudkonzerne für neue Rechenzentren.
Der VanEck Semiconductor UCITS ETF bildet einen auf US-Börsen notierten Halbleiterindex mit ESG-Filter ab. Einzelne Positionen sind auf 10 Prozent begrenzt, das Fondsvermögen liegt bei 7,4 Milliarden Dollar, die laufenden Kosten betragen 0,35 Prozent pro Jahr.
Der Bericht von Applied Materials am Donnerstag liefert damit den nächsten Realitätscheck: Stützt die Nachfrage nach KI-Infrastruktur die Ausrüsterzahlen, bleibt der Rücksetzer eher ein Zins- und Bewertungsproblem. Schwache Signale aus den Aufträgen würden dagegen zeigen, dass die Rally mehr Gegenwind bekommt als nur einen heißen Inflationsmonat.
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