VanEck Seltene Erden ETF: US-Magnetverbot ab 1. Januar 2027

Symbolbild, KI-generiert

Neue Projekte, US-Fördermittel und Proteinforschung fördern unabhängige Lieferketten, während der Seltene-Erden-ETF 1,0 Prozent verliert.

Auf einen Blick:
  • Greenland Mines übernimmt Sarfartoq-Projekt
  • Energy Fuels integriert ASM-Metallwerk
  • DFC stellt 62,8 Millionen US-Dollar bereit
  • Seltene-Erden-ETF verliert 1,0 Prozent

Der Sektor der Seltenen Erden steht aktuell im Zeichen einer tiefgreifenden Umgestaltung der globalen Lieferketten, wobei die Bestrebungen zur Unabhängigkeit von chinesischen Exporten an Dynamik gewinnen. Während China derzeit rund 90 Prozent der weltweiten Raffination kontrolliert, unterstreichen jüngste Übernahmen und Finanzierungszusagen den Aufbau alternativer Produktionskapazitäten außerhalb der Volksrepublik.

Übernahmen und staatliche Milliardenförderung treiben Diversifizierung voran

Im Zentrum der Branchenentwicklung steht der gestrige Abschluss der Übernahme des Sarfartoq-Projekts in Grönland durch Greenland Mines. Das Unternehmen plant dort eine Produktion von Neodym-Praseodym (NdPr), die etwa 34 Prozent der weltweiten Raffinationsmenge außerhalb Chinas entsprechen würde.

Eine entsprechende Wirtschaftlichkeitsstudie bescheinigt dem Vorhaben einen Kapitalwert von über 2 Milliarden US-Dollar. Parallel dazu hat Energy Fuels die Integration von Australian Strategic Materials (ASM) vollzogen. Damit übernimmt das Unternehmen ein spezialisiertes Metallwerk in Korea, das bereits NdPr-Legierungen produziert und seine Kapazitäten in den kommenden Jahren deutlich ausbauen will.

Flankiert werden diese Konsolidierungsschritte durch politische Initiativen. Die US-amerikanische Entwicklungsfinanzierungsgesellschaft DFC hat ein Paket von 62,8 Millionen US-Dollar für Projekte in Madagaskar, Malawi, Angola und Südafrika geschnürt.

Ziel dieser staatlichen Unterstützung ist es, den Anteil Afrikas an der weltweiten Produktion Seltener Erden bis zum Jahr 2030 auf prognostizierte 10 Prozent zu steigern.

Diese Entwicklung ist vor dem Hintergrund regulatorischer Verschärfungen zu sehen: Ab dem 1. Januar 2027 tritt in den USA ein Verbot für den Einsatz chinesischer Magnete in Militärdrohnen in Kraft, was den Druck auf westliche Unternehmen erhöht, eigene Magnet-Produktionslinien aufzubauen.

Neue Bohrdaten und technologische Forschungsfortschritte

Abseits der großen Übernahmen meldeten Explorationsunternehmen signifikante Fortschritte bei der Erschließung neuer Lagerstätten. Kendrick Resources veröffentlichte Ergebnisse von Bohrungen am Standort Teufelskuppe, bei denen Gehalte von bis zu 3,39 Prozent an leichten Seltenerdoxiden über eine Breite von fast 60 Metern nachgewiesen wurden.

In Brasilien ergab eine Vorstudie für das Projekt Rocha da Rocha im Bundesstaat Bahia einen potenziellen jährlichen Gewinn (EBITDA) von 1,37 Milliarden US-Dollar bei einer außergewöhnlich kurzen Amortisationszeit von lediglich 1,1 Jahren.

Auch auf technologischer Ebene werden Alternativen zu herkömmlichen Verfahren erprobt. So gelang es dem Forschungsinstitut Battelle, Seltene Erden mithilfe speziell entwickelter Proteine zu trennen. Diese Methode erreichte in ersten Versuchen Reinheitsgrade von über 90 Prozent für Lanthan und Neodym, was eine umweltfreundlichere und effizientere Verarbeitung ermöglichen könnte.

Marktprognosen und aktuelle Kursentwicklung

Trotz dieser operativen Fortschritte notiert der VanEck Seltene Erden ETF am heutigen Mittwoch bei 12,80 € und verzeichnet damit ein Minus von 1,0 Prozent. Damit setzt sich die Konsolidierungsphase fort, in der das Papier einen Abstand von 32 Prozent zu seinem 52-Wochen-Hoch bei 18,76 € aufweist.

Analysten blicken dennoch optimistisch auf die langfristige Marktgröße. Medienberichten zufolge wird für den globalen Markt der Seltenerdmetalle bis zum Jahr 2032 ein Anstieg des Marktvolumens auf 13,12 Milliarden US-Dollar erwartet. Getrieben wird diese Nachfrage maßgeblich durch die Elektromobilität, für die ein jährliches Absatzplus von mehr als 20 Prozent bis 2032 prognostiziert wird.

Während derzeit weniger als ein Prozent der Metalle recycelt werden, soll dieser Anteil durch neue Verfahren bis zum Ende des Jahrzehnts auf etwa 20 Prozent steigen. Morgen wird zudem Tactical Resources den Börsenhandel an der Nasdaq mit dem feierlichen Läuten der Schlussglocke begehen, was das anhaltende Interesse an neuen Branchenakteuren unterstreicht.

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