Peking zieht die Daumenschrauben an. Westliche Produzenten proben derweil den Aufstand. Der VanEck Seltene Erden ETF steht im Zentrum eines harten geopolitischen Machtkampfes. Auf der einen Seite blockiert China strategische Exporte. Auf der anderen Seite rüsten Kernpositionen wie Lynas massiv auf.
Lynas baut eigene Lieferketten
Lynas Rare Earths forciert die Unabhängigkeit. Der australische Konzern investiert 50 Millionen Australische Dollar. Das Geld fließt in eine neue Magnetfabrik im malaysischen Kuantan. Lynas kooperiert hierfür mit dem südkoreanischen Unternehmen JS Link. Die Anlage soll jährlich 3.000 Tonnen Neodym-Eisen-Bor-Magnete produzieren.
Das Ziel: ein Markt abseits der chinesischen Dominanz. Der Bau ist Teil der langfristigen Konzernstrategie. Lynas liefert die nötigen Rohstoffe über einen exklusiven Vertrag bis Januar 2038. Die fertigen Magnete gehen direkt an die Autoindustrie und Windkraftbranche in Südkorea und Malaysia.
Pekings schwarze Liste
Chinas Regierung schaut diesem Treiben nicht tatenlos zu. Ende Juni setzte Peking das US-Unternehmen MP Materials auf eine schwarze Liste. Die Firma ist ein weiteres Schwergewicht im VanEck Seltene Erden ETF. Chinesische Zulieferer dürfen nun keine Dual-Use-Güter mehr an MP Materials verkaufen. Das erschwert die Beschaffung von wichtiger Spezialausrüstung erheblich.
Parallel dazu verknappt China das Angebot künstlich. Der China Rare Earth Price Index kletterte zuletzt auf 269,2 Punkte. Besonders schwere Seltene Erden wie Terbium und Dysprosium fehlen am Markt. Peking hat Exportgenehmigungen für die USA und Japan faktisch ausgesetzt. Die Folge: steigende Preise und nervöse Märkte.
Technisch überverkauft
Anleger reagieren auf die Eskalation mit Verkäufen. Der ETF beendete den Dienstagshandel bei 13,75 Euro. Auf Wochensicht verbucht der Fonds ein Minus von 8,81 Prozent. Damit fällt der Relative-Stärke-Index auf 30,4.
Der Index nähert sich somit der überverkauften Zone. Trotz der aktuellen Kursschwäche bleibt das langfristige Bild stark. Investoren blicken auf einen Wertzuwachs von 90,10 Prozent über die vergangenen zwölf Monate.
Marktbeobachter richten den Blick nun auf den 16. Juli 2026. An diesem Tag debattiert das malaysische Parlament über einen wichtigen Deal. Es geht um einen 96-Millionen-Dollar-Liefervertrag zwischen Lynas und dem US-Verteidigungsministerium. Das Votum entscheidet über die Stabilität der westlichen Lieferketten.
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