Der VanEck Rare Earth and Strategic Metals UCITS ETF notiert bei 10,05 Euro und damit nur knapp über seinem 52-Wochen-Tief von 10,00 Euro. Zwei Entwicklungen aus China und von der EU-China-Front liefern zwar neuen Stoff für die Debatte um die Branche, erklären den Abverkauf der vergangenen Tage aber nicht direkt.
Gemischte Exportzahlen aus China
Chinas Zollbehörde meldete für September Seltenerd-Exporte von 4.269,8 Tonnen. Das liegt 6,7 Prozent über dem Vorjahreswert, aber 9,8 Prozent unter dem August-Niveau. Für die ersten neun Monate des Jahres ergibt sich laut Reuters ein Rückgang von 9,6 Prozent auf 43.711 Tonnen.
Die Zahlen zeichnen ein uneinheitliches Bild: Die Jahressicht zeigt schwächere Lieferungen, während sich die Auslandsnachfrage im September zumindest im Jahresvergleich verbessert hat. Reuters stellte keinen direkten Zusammenhang zwischen diesen Daten und der jüngsten Kursbewegung des Fonds her.
Für Anleger im ETF ist die Zahl dennoch relevant, weil sie die strukturelle Verunsicherung über die Angebotsseite der Lieferkette unterstreicht, auf die der Index mit seinen Förder- und Verarbeitungswerten reagiert.
EU und China einigen sich vorläufig
Parallel dazu haben die EU und China nach Angaben der Nachrichtenagentur AP eine vorläufige Handelsübereinkunft erzielt. EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič erklärte, das Abkommen enthalte Maßnahmen zur Stabilisierung der Lieferketten für Seltene Erden und solle chinesische Exportlizenzen für Seltene Erden und Permanentmagnete erleichtern.
Details der Einigung blieben laut AP unklar, und die EU muss noch zustimmen. Auch hier gilt: Eine unmittelbare Verbindung zur Kursentwicklung des Fonds berichtete AP nicht.
Dennoch deutet die Einigung auf eine mögliche Entschärfung der Exportbeschränkungen hin, die zuletzt als Risikofaktor für die gesamte Branche galt. Ob sich das in konkreten Lizenzerleichterungen niederschlägt, bleibt vorerst offen.
Entwicklerfirmen unter Druck, Produzenten robuster
Ein Bericht von 24/7 Wall St. vom vergangenen Donnerstag ordnete die Schwäche des Segments anders ein: Anleger würden zunehmend hinterfragen, wie lange vorrevenue-Entwickler bis zur ersten nennenswerten Umsatzgenerierung brauchen.
Dem Bericht zufolge gab der etablierte Produzent MP Materials in derselben Phase deutlich weniger nach als jüngere Entwicklungsunternehmen im Segment. Das deutet darauf hin, dass der Markt innerhalb der Branche zunehmend zwischen reifen Produzenten und Projekten in früher Entwicklungsphase unterscheidet – eine Differenzierung, die sich auf die Zusammensetzung und Kursentwicklung des ETF auswirken kann, da dieser beide Kategorien von Unternehmen abbildet.
Konkrete Mittelzu- oder -abflüsse für den thesaurierenden UCITS-Fonds selbst wurden in den vergangenen zwei Wochen nicht gemeldet. Anleger sollten dabei beachten, dass Daten zur separat gehandelten US-Anteilsklasse REMX nicht auf dieses Produkt übertragbar sind, da es sich um eine strukturell andere Fondskonstruktion handelt.
Unterm Strich bleibt die Gemengelage für den Fonds zwiespältig: Die EU-China-Annäherung und leicht verbesserte September-Exporte liefern vorsichtig positive Signale für die Angebotsseite, während die Skepsis gegenüber den Zeitplänen junger Entwicklungsprojekte den Abverkauf im Segment zuletzt angetrieben hat.
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