VanEck Seltene Erden ETF: 6,86 Prozent Wochenverlust trotz Rohstoff-Rallye

Trotz Rekordpreisen bei Seltenen Erden verliert der VanEck ETF an Wert. Unternehmensspezifische Risiken wie der Northern-Minerals-Konflikt erklären die Diskrepanz.

Auf einen Blick:
  • Rekordpreise für schwere Seltene Erden
  • VanEck ETF fällt trotz Rohstoffrallye
  • Northern Minerals belastet Fondskurs
  • Geopolitische Risiken prägen den Sektor

Seltene Erden erreichen Rekordpreise. Der VanEck ETF auf diesen Sektor verliert trotzdem an Wert. Diese Diskrepanz wirft eine Frage auf: Warum profitiert der Fonds nicht von der Rohstoffrally?

Der VanEck Seltene Erden ETF notiert aktuell bei 13,78 Euro, nahezu unverändert zum Vortag. Auf Wochensicht steht dennoch ein Verlust von 6,86 Prozent zu Buche, auf Monatssicht sind es 5,10 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 18,76 Euro, erreicht im Mai 2026, trennen den Fonds mittlerweile mehr als ein Viertel.

Rekordpreise, aber der Fonds bleibt zurück

Der Preisindex der China Rare Earth Industry Association erreichte am 9. Juli 2026 einen Stand von 272,4 Punkten. Vor allem schwere Seltene Erden wie Dysprosium legten zu. Leichte Seltene Erden blieben dagegen unverändert.

Der Preisauftrieb bei den strategisch wichtigen Schwermetallen zieht sich schon seit Tagen durch die CREIA-Meldungen. Trotzdem gibt der VanEck ETF nach. Der 14-Tage-RSI von 31,4 deutet auf eine überverkaufte Marktlage hin, die annualisierte Volatilität der letzten 30 Tage liegt bei knapp 43 Prozent — ein Wert, der die üblichen Ausschläge im Sektor unterstreicht.

Analysten mahnen bei der Interpretation des CREIA-Index zur Vorsicht. Die Preisuntergrenze von 110 US-Dollar pro Kilogramm zwischen dem US-Verteidigungsministerium und MP Materials sei ein strategischer Vertragsmechanismus. Mit einem freien Marktgleichgewicht habe das wenig zu tun. Hinzu kommt: Nur etwa 10 Prozent der weltweiten Separationskapazität für Seltene Erden liegen außerhalb Chinas. Die Preisbildung außerhalb Chinas bleibt damit intransparent.

Northern Minerals belastet die Stimmung

Zusätzlichen Druck erzeugt eine kleinere Position im Portfolio: Northern Minerals. Der australische Entwickler des Browns-Range-Projekts für schwere Seltene Erden steckt mitten in einem Streit um chinanahe Investoren.

Australiens Schatzkanzler Jim Chalmers hatte im Mai 2026 sechs chinanahe Investoren zum Verkauf von über 1,67 Milliarden Aktien an Northern Minerals gezwungen. Der Stichtag zur Umsetzung verstrich am 2. Juli 2026. Das Unternehmen hat sein Aktienregister aktualisiert und meldet: Ein Großteil der betroffenen Aktien bleibt weiterhin auf die Namen der ursprünglichen Investoren eingetragen.

Northern Minerals kündigte an, der Foreign Investment Division Daten aus dem Register zur Verfügung zu stellen. Die Behörde soll damit die Einhaltung der Verfügungen prüfen. Der Fall zeigt, wie stark geopolitische Eingriffe die Eigentümerstrukturen im Sektor derzeit prägen — ein Thema, das über Northern Minerals hinaus auch andere Indexwerte treffen könnte, sollte die Regulierungsdynamik zunehmen.

Struktur des Fonds erklärt die Lücke

Der VanEck ETF bildet den MVIS Global Rare Earth/Strategic Metals Index ab. Er bündelt Minenbetreiber, Verarbeiter und Magnethersteller aus der gesamten Wertschöpfungskette. Genau diese Streuung erklärt die Kluft zwischen Rohstoffpreis und Fondskurs.

Einzelne Portfoliopositionen mit unternehmensspezifischen Risiken können die Gesamtperformance stärker prägen als die Rohstoffpreise selbst. Verwässerungssorgen oder regulatorische Eingriffe wie bei Northern Minerals sind Beispiele dafür. Der breit gestreute Themenkorb wird so zur Wette auf viele einzelne Unternehmensschicksale statt auf einen einheitlichen Rohstofftrend.

Auf Jahressicht bleibt die Bilanz trotz der jüngsten Schwäche deutlich positiv: Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 7,39 Prozent, auf Zwölfmonatssicht sogar ein Gewinn von 83,98 Prozent. Der Kurs notiert derzeit 4,47 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 14,42 Euro. Vom 50-Tage-Durchschnitt bei 16,04 Euro und vom 100-Tage-Durchschnitt bei 15,92 Euro hat sich der Fonds spürbar entfernt.

Ob sich die Lücke zwischen Rohstoffpreisen und Fondskurs in den kommenden Wochen schließt, hängt maßgeblich vom Ausgang der Northern-Minerals-Affäre ab. Bestätigt die Foreign Investment Division Verstöße gegen die Verkaufsverfügungen, drohen weitere regulatorische Schritte gegen chinanahe Investoren im Sektor.

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