Der VanEck Seltene Erden ETF notiert bei 9,36 Euro und damit nahe seinem 52-Wochen-Tief von 9,30 Euro, das er gestern markierte. Während der Fonds insgesamt unter Druck steht, bewegt sich bei einer seiner größten Positionen etwas: Lynas Rare Earths treibt den Ausbau seiner Rohstoffbasis voran.
Lynas greift nach Projekt in Brasilien
Anfang Oktober einigte sich Lynas Rare Earths auf die Übernahme von Meteoric Resources für umgerechnet rund 968 Millionen australische Dollar. Die Transaktion erfolgt vollständig in Aktien. Mit dem Deal sichert sich Lynas Zugriff auf das Caldeira-Projekt in Brasilien, eine Lagerstätte für Seltene Erden. Der Abschluss ist für März 2027 vorgesehen und steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Aktionäre.
Lynas zählt zu den größten Positionen im VanEck Seltene Erden ETF und gilt als einer der wenigen Förderer außerhalb Chinas. Die Übernahme von Meteoric würde die Rohstoffbasis des Unternehmens diversifizieren und die Abhängigkeit von bestehenden Minen in Australien verringern. Für Anleger im ETF ist das relevant, weil die Konzentration auf wenige nicht-chinesische Produzenten ein zentrales Argument für das Investment in den Fonds bildet.
Branchenkonsolidierung setzt sich fort
Der Lynas-Deal reiht sich in eine Serie von Transaktionen ein, die die Struktur der globalen Seltene-Erden-Industrie verändern. Erst am Montag hatte Shenghe Resources, ebenfalls eine Position im ETF, Pläne für den Verkauf von Mehrheitsanteilen an vier Verarbeitungsbetrieben an einen staatlichen chinesischen Konzern bekanntgegeben.
Während sich auf chinesischer Seite die Verarbeitungskapazitäten in staatlicher Hand bündeln, baut mit Lynas ein Unternehmen außerhalb Chinas seine Förderbasis aus.
Diese Gegenläufigkeit spiegelt die strategische Lage der Branche wider: Westliche und australische Produzenten versuchen, Lieferketten unabhängig von China aufzubauen, während Peking seine Kontrolle über die eigene Verarbeitungsindustrie zentralisiert. Für den ETF bedeutet das eine zunehmend zweigeteilte Zusammensetzung seiner Bestandteile.
Kurs bleibt unter Druck
Die positiven Unternehmensnachrichten bei Lynas haben die Gesamtentwicklung des Fonds bislang nicht umgekehrt. Seit Jahresbeginn liegt der VanEck Seltene Erden ETF 25 Prozent im Minus, binnen 30 Tagen verlor er 23 Prozent. Der Abverkauf drückte den Kurs zuletzt bis an die Marke von 9,30 Euro heran, sein bisheriges Jahrestief.
Die Diskrepanz zwischen operativen Fortschritten einzelner Portfoliowerte wie Lynas und der schwachen Gesamtperformance des ETF deutet darauf hin, dass Anleger derzeit stärker auf makroökonomische Faktoren und die Marktstimmung rund um Seltene Erden reagieren als auf einzelne Unternehmensmeldungen. Ob sich das mit dem für März 2027 geplanten Abschluss der Lynas-Übernahme ändert, bleibt eine Frage, die der Markt erst mit der Zeit beantworten wird.
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