VanEck Seltene Erden ETF: 37,92 Prozent unter 52-Wochen-Hoch

Leerverkäufe gegen US-Firmen für Seltene Erden nehmen zu, während der VanEck Rare Earth ETF binnen 30 Tagen 22,18 % verliert. Pentagon fördert neue Raffinerien.

Auf einen Blick:
  • Shortseller erhöhen Druck auf US-Produzenten
  • VanEck ETF verliert 22,18 % in 30 Tagen
  • Pentagon vergibt 500 Mio. Dollar Darlehen
  • Malaysia erwägt Lockerung des Exportstopps

Der Markt für strategische Metalle steht heute im Fokus massiver Leerverkäufe gegen führende US-Produzenten, während gleichzeitig neue Daten zum Inventarwert des Sektor-ETFs vorliegen. Die Kursentwicklung spiegelt die wachsende Skepsis der Investoren wider, ob westliche Unternehmen die Dominanz Chinas bei der Verarbeitung kritischer Mineralien kurzfristig brechen können. In einem volatilen Umfeld notiert der VanEck Seltene Erden ETF aktuell bei 11,65 €.

Leerverkäufer nehmen US-Produzenten ins Visier

Berichten der Financial Times zufolge haben Shortseller ihre Wetten gegen US-amerikanische Unternehmen aus dem Sektor der Seltenen Erden deutlich erhöht. Im Visier stehen insbesondere Schwergewichte wie MP Materials und USA Rare Earth. Die Skepsis der Marktteilnehmer speist sich vor allem aus dem hohen Kapitalverbrauch der Branche. MP Materials verzeichnete in den Jahren 2023 und 2024 einen Cash-Burn von insgesamt 372 Millionen US-Dollar, gefolgt von weiteren 324 Millionen US-Dollar im Jahr 2025. Auch das erste Quartal des laufenden Jahres verlief für das Unternehmen tiefrot.

Parallel zu diesen Marktbewegungen veröffentlichte VanEck UCITS ETFs Plc den Nettoinventarwert (NAV) für den VanEck Rare Earth and Strategic Metals UCITS ETF. Zum Stichtag am 31. Juli wurde der NAV pro Aktie mit 12,9562 US-Dollar ausgewiesen. Das Gesamtvermögen des Fonds belief sich zu diesem Zeitpunkt auf rund 1,063 Milliarden US-Dollar bei einer Anzahl von 82,05 Millionen ausstehenden Aktien. Trotz der strategischen Bedeutung des Sektors verlor der ETF in den vergangenen 30 Tagen deutlich an Boden und verzeichnete ein Minus von 22,18 %.

Staatliche Milliarden gegen Chinas Dominanz

Um die Abhängigkeit von China, das weiterhin etwa 90 % der weltweiten Trennung und Verarbeitung Seltener Erden kontrolliert, zu verringern, intensiviert die US-Regierung ihre finanzielle Unterstützung. Das Unternehmen Phoenix Tailings erhielt heute ein Darlehen des Pentagons über 500 Millionen US-Dollar für den Bau einer Raffinerie in New Hampshire. Ziel ist die Produktion kritischer Mineralien für das US-Militär, wobei die Kapazität bis 2028 auf 120 Tonnen pro Jahr steigen soll.

Zudem sorgt eine Entdeckung in Utah für Aufsehen: Ionic Minerals Technology meldete das Vorkommen von 16 kritischen Mineralien, darunter Germanium, Lithium und Seltene Erden. Die Gehalte von rund 2.700 ppm sind mit hochwertigen chinesischen Lagerstätten vergleichbar. Diese Funde und staatliche Förderungen stehen im Kontrast zum aktuellen Kursniveau des ETFs, der mit einem Abschlag von 37,92 % zu seinem 52-Wochen-Hoch von 18,76 € gehandelt wird.

Strategische Verschiebungen in der Lieferkette

Während die USA auf heimische Kapazitäten setzen, prüft Malaysia derzeit die Lockerung seines seit 2024 bestehenden Exportstopps für unverarbeitete Seltene Erden. Voraussetzung für begrenzte Ausfuhren sind laut malaysischen Regierungsvertretern Investitionen in die lokale Technologie und Forschung. Das Land verfügt über geschätzte Reserven von 16,1 Millionen Tonnen.

Auch in Europa gibt es Bestrebungen zur Diversifizierung. Japan und Frankreich haben eine engere Zusammenarbeit vereinbart, wobei das französische Projekt Caremag ab Ende 2026 die Raffination schwerer Seltener Erden übernehmen soll. Ziel ist es, den Bedarf an Dysprosium und Terbium abzusichern, nachdem China Exportbeschränkungen gegen japanische Firmen verschärft hatte. Für Anleger bleibt die Lage zwiespältig: Während der strategische Bedarf und die staatliche Unterstützung wachsen, belasten hohe operative Verluste und der Druck durch Leerverkäufer die kurzfristige Bewertung der Produzenten.

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