VanEck Seltene Erden ETF: 31 Prozent unter 52-Wochen-Hoch

Der ETF fällt um 3,1 Prozent, belastet von Lynas-Zahlen und sinkenden Rohstoffpreisen, während staatliche Finanzierungen den Sektor stützen.

Auf einen Blick:
  • ETF verliert 3,1 Prozent am Freitag
  • Lynas verfehlt Jahresprognosen trotz Umsatzplus
  • 13 von 19 Elementen günstiger
  • Staatliche Finanzierungen stützen neue Projekte

Der VanEck Seltene Erden ETF verzeichnete am Freitag einen deutlichen Rücksetzer. Der Schlusskurs lag bei 12,93 €, was einem Tagesminus von 3,1 Prozent entspricht. Während die Branche zuletzt von massiven staatlichen Förderzusagen profitierte, dämpften schwächere Geschäftszahlen eines Schwergewichts und ein Rückgang der Rohstoffpreise die Stimmung der Anleger.

Lynas-Ergebnisse und schwächere Rohstoffpreise

Ein wesentlicher Faktor für die jüngste Schwäche war der Geschäftsbericht von Lynas Rare Earths, dem bedeutendsten Verarbeiter kritischer Mineralien außerhalb Chinas. Bloomberg berichtete am Mittwoch, dass das Unternehmen die Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr verfehlte.

Als Gründe wurden gestiegene Kosten und Herausforderungen beim Hochlauf neuer Anlagen in Australien genannt. Zwar konnte Lynas den Jahresumsatz um 76 Prozent auf 977,9 Millionen Australische Dollar steigern, doch die operative Belastung wog für die Marktteilnehmer schwerer. Lynas ist mit einer Gewichtung von 7,0 Prozent eine der zentralen Positionen im ETF.

Flankiert wird diese Entwicklung von einer Korrektur am Rohstoffmarkt. Nachdem der Sektor im Juli noch eine einheitliche Rallye erlebt hatte, zeigte der Ausblick für die Seltenen Erden im August eine breite Umkehr.

Medienberichten zufolge gaben 13 der 19 beobachteten Elemente in diesem Monat nach, wobei der durchschnittliche Rückgang bei 5,4 Prozent lag. Diese Preisdynamik setzte auch andere Branchengrößen wie MP Materials unter Druck, die im ETF mit einer Gewichtung von 7,5 Prozent vertreten sind.

Finanzierungsrunden und staatliche Milliardenförderung

Trotz der aktuellen Kursverluste gibt es Impulse von der Finanzierungsseite. USA Rare Earth sicherte sich eine staatlich unterstützte Finanzierung in Höhe von 1,55 Milliarden Dollar für die Übernahme des Serra-Verde-Projekts.

Am Freitag stimmten die Aktionäre laut einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC in einer außerordentlichen Versammlung über diese Transaktion ab. Dennoch verloren die Anteile von USA Rare Earth am selben Tag rund 5 Prozent an Wert. Medienberichten zufolge werteten Marktbeobachter dies als Gewinnmitnahmen nach der starken Dynamik der Vorwochen.

Die langfristige Unterstützung durch Regierungsprogramme bleibt jedoch ein zentrales Thema für den Sektor. Medienberichten zufolge kündigte das US-Energieministerium am Freitag der vergangenen Woche Fördergelder in Höhe von 500 Millionen Dollar für Projekte zur heimischen Verarbeitung kritischer Mineralien und zur Batterieproduktion an.

Bereits am 10. August konnte Sunrise Energy Metals einen Erfolg vermelden: Das Unternehmen erhielt laut CNBC eine Kreditzusage über 400 Millionen Dollar aus den USA, um die Entwicklung einer Primärmine für Scandium voranzutreiben.

Marktposition und Ausblick

Der VanEck Seltene Erden ETF bewegt sich derzeit in einem volatilen Umfeld. Mit dem jüngsten Rücksetzer liegt der Kurs nun 31 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 18,76 €, das im Mai erreicht wurde. Anleger wägen aktuell die fundamentalen Fortschritte bei der Erschließung neuer Lagerstätten und der staatlichen Förderung gegen die kurzfristigen operativen Hürden und die schwankenden Rohstoffpreise ab.

Die starke Abhängigkeit von der Nachfrage nach Materialien aus Quellen außerhalb Chinas bleibt dabei das bestimmende Narrativ. Während Unternehmen wie Lynas mit hohen Anlaufkosten kämpfen, zeigt das steigende Interesse an westlichen Lieferketten, dass die strategische Bedeutung der im ETF enthaltenen Werte hoch bleibt.

Ob die staatlichen Milliardenhilfen ausreichen, um die Kostensteigerungen in der Branche dauerhaft zu kompensieren, gilt als der entscheidende Faktor für die kommenden Monate.

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