Diese Woche liefert der VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders UCITS ETF den Beweis für sein eigenes Konzept. Mehrere seiner größten Positionen legen fast zeitgleich Quartalszahlen vor. Die Ergebnisse aus Bankensektor, Energie und Gesundheitswesen zeigen, wie tragfähig die Ausschüttungen im Portfolio wirklich sind.
Der ETF selbst bewegt sich nahe seinem 52-Wochen-Hoch von 55,66 Euro vom 4. August. Am Mittwoch schloss er bei 54,97 Euro, ein Minus von 0,42 Prozent zum Vortag. Auf Zwölfmonatssicht steht ein Plus von 27,51 Prozent zu Buche – ein deutliches Signal dafür, dass die Neuausrichtung des Fonds aufgeht.
Banken treiben das Portfolio
Der Finanzsektor macht mittlerweile rund 44 Prozent des Fondsgewichts aus. Grund dafür ist eine Umschichtung im Juni 2026, bei der hochrentierliche europäische Banken stärker gewichtet wurden.
HSBC Holdings gehört mit einer Gewichtung von etwa 4,7 Prozent zu den größten Einzelpositionen. Am 5. August meldete die Bank einen Vorsteuergewinn von 19,5 Milliarden US-Dollar für das erste Halbjahr 2026 – ein Plus von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr, getrieben vor allem durch höhere Zinserträge. Zusätzlich genehmigte HSBC eine zweite Zwischendividende von 0,10 US-Dollar je Aktie sowie ein neues Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu einer Milliarde US-Dollar.
Genau solche Schritte sind der Kern der Indexlogik. Der zugrunde liegende Morningstar-Index verlangt von seinen Komponenten Konsistenz und Nachhaltigkeit bei den Ausschüttungen – HSBC liefert beides.
Energie und Pharma liefern nach
Auch außerhalb des Finanzsektors laufen die Geschäfte rund. BP meldete am 4. August einen Quartalsgewinn von 5,7 Milliarden US-Dollar – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Der Konzern erhöhte daraufhin seine Quartalsdividende um 4 Prozent auf 8,66 US-Cent je Aktie.
Pfizer sorgt derweil für defensive Stabilität im Portfolio. Der Pharmakonzern meldete einen Quartalsumsatz von 15 Milliarden US-Dollar, deutlich über den Erwartungen des Marktes. Als Folge hob das Unternehmen seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr um 500 Millionen US-Dollar an.
Beide Berichte passen exakt zur Fondsstrategie: Der Index selektiert die 100 höchstrentierlichen Aktien, die strenge Qualitäts- und Stabilitätskriterien erfüllen.
Warum die Indexmethode zählt
Der Fonds bildet den Morningstar Developed Markets Large Cap Dividend Leaders Screened Select Index ab. Statt reiner Marktkapitalisierung zählt hier die absolute Summe der über zwölf Monate gezahlten Dividenden.
Um sogenannte Dividendenfallen zu vermeiden, deckelt der Index die erwartete Ausschüttungsquote bei 75 Prozent. Zusätzlich müssen die Dividenden je Aktie mindestens auf dem Niveau von vor fünf Jahren liegen. Diese Regel filtert Unternehmen heraus, deren hohe Renditen nur kurzfristige Strohfeuer sind.
Der Portfolioanteil europäischer Value-Titel liegt inzwischen bei rund 68 Prozent. Das unterscheidet den Fonds deutlich von breiteren Marktindizes, die oft stark auf US-Technologiewerte setzen. Die Ergebnisse dieser Woche von HSBC, BP und Pfizer liefern den ersten handfesten Beleg dafür, dass dieser Value-Ansatz gerade in einer Phase steigender Zinserträge und robuster Energiepreise seine Stärken ausspielt.
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