Wer in den vergangenen zwei Jahren auf globale Standardindizes setzte, erlebte eine Achterbahn. Der VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders UCITS ETF fuhr dagegen ruhig und profitabel: plus 23,62 Prozent in zwölf Monaten, plus 7,75 Prozent seit Jahresbeginn. Der Grund liegt in einer Konstruktion, die bewusst auf US-Wachstumstitel verzichtet.
Yield-Disziplin statt Mega-Caps
Der ETF bildet den Morningstar Developed Markets Large Cap Dividend Leaders Screened Select Index ab. Das Auswahlprinzip ist streng: Eine Aktie muss in den vergangenen zwölf Monaten eine Dividende gezahlt haben. Die Dividende je Aktie darf nicht unter dem Niveau von vor fünf Jahren liegen. Außerdem muss die erwartete Ausschüttungsquote unter 75 Prozent bleiben.
Aus den verbleibenden Kandidaten wählt der Index die 100 Titel mit der höchsten Dividendenrendite. Einzelne Positionen sind auf 5 Prozent gedeckelt, Sektoren auf 40 Prozent. Das Rebalancing erfolgt halbjährlich im Juni und Dezember.
Exxon, Verizon, TotalEnergies vorn
Der ETF hält aktuell 116 Positionen. Die fünf größten sind Exxon Mobil mit 5,64 Prozent, Verizon Communications mit 4,64 Prozent, TotalEnergies mit 3,64 Prozent, Nestlé mit 3,56 Prozent und Pfizer mit 3,55 Prozent. Die zehn größten Positionen machen zusammen 35,15 Prozent des Portfolios aus.
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 13,41 — deutlich unter dem Niveau breiter globaler Indizes. Die dominierenden Sektoren sind Finanzen, Gesundheit und Energie. Technologie spielt kaum eine Rolle.
Der strukturelle Vorteil: weniger USA
Weil hochverzinsliche Titel eher in Europa, Großbritannien und Japan zu finden sind, ist der ETF strukturell untergewichtet in US-Aktien. Das klingt nach Nachteil — war aber in bestimmten Jahren ein klarer Pluspunkt.
2022 legte der ETF um 15,8 Prozent zu, während MSCI World und S&P 500 in Euro rund 12 bis 13 Prozent verloren. 2025 wiederholte sich das Muster: plus 23,8 Prozent, getragen vor allem von europäischen Positionen. Für Finanzwerte — den größten Sektor im Portfolio — sorgen steigende Zinsen und eine steilere Zinskurve für höhere Nettozinserträge und bessere Dividenden.
Ausschüttung und Kosten
Am 10. Juni 2026 zahlte der ETF eine Quartalsdividende von 0,81 Euro je Anteil. Die nächste Zahlung folgt voraussichtlich im September. Die aktuelle Dividendenrendite liegt bei 3,17 Prozent. Über zehn Jahre hat der ETF jedes Jahr ausgeschüttet — die Gesamtausschüttung ist in diesem Zeitraum um mehr als ein Drittel gewachsen.
Das verwaltete Vermögen beträgt 8,1 Milliarden Euro. Die Gesamtkostenquote liegt bei 0,38 Prozent pro Jahr. Der ETF repliziert den Index vollständig physisch und ist das einzige Produkt, das diesen Index abbildet.
Aktuell notiert der ETF bei 52,11 Euro — rund 5,70 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 49,30 Euro. Vom 52-Wochen-Hoch bei 54,48 Euro trennen ihn noch 4,35 Prozent.
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