Der VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders UCITS ETF notiert nahe seinem 52-Wochen-Hoch und hat seit Jahresbeginn deutlich zugelegt. Trotzdem ist das verwaltete Vermögen des Fonds binnen weniger Wochen spürbar gesunken – ein Signal, dass Anleger trotz guter Kursentwicklung Kapital abgezogen haben.
Am 12. August wiesen Kompositionsdaten ein verwaltetes Vermögen von 10,54 Milliarden Euro aus. Bis zum 28. August war dieser Wert auf 9,5 Milliarden Euro gefallen, wie die Fondsseite von VanEck selbst auswies.
Auch eine unabhängige ETF-Plattform bestätigte für den gleichen Stichtag eine Fondsgröße von 9,46 Milliarden Euro. Die Differenz von rund einer Milliarde Euro innerhalb von zwei Wochen lässt sich nicht allein durch Kursbewegungen erklären, da der ETF im fraglichen Zeitraum an Wert gewann.
Kursentwicklung und Mittelabflüsse fallen auseinander
Der Anteilspreis liegt aktuell bei 55,60 Euro und damit nur 0,7 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 55,99 Euro, das Ende August markiert wurde. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 16 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sogar von 26 Prozent. Der Kurs bewegt sich damit deutlich über allen relevanten gleitenden Durchschnitten – der Abstand zur 200-Tage-Linie beträgt 7,9 Prozent.
Diese Kursstärke passt nicht recht zum parallelen Rückgang des Fondsvolumens. Normalerweise würde man bei so einer Performance eher Zuflüsse erwarten, da gute Renditen häufig neue Anleger anziehen.
Der gegenläufige Trend deutet darauf hin, dass bestehende Investoren Gewinne mitgenommen haben, möglicherweise um in andere Anlageklassen umzuschichten oder Kursgewinne zu realisieren, bevor die für den 2. September angekündigte Ausschüttung von 0,40 Euro brutto je Anteil greift.
Fondsstruktur bleibt unverändert
An der grundsätzlichen Ausrichtung des ETF hat sich nichts geändert: Der Fonds schüttet weiterhin aus, repliziert physisch und verlangt eine Gesamtkostenquote von 0,38 Prozent.
Bereits Anfang August wurde die Fondsgröße mit rund 9,02 Milliarden Euro beziffert, bevor sie im weiteren Verlauf des Monats zunächst auf über 10,5 Milliarden Euro anstieg und anschließend wieder unter die 9,5-Milliarden-Marke fiel.
Diese Schwankungen zeigen, wie volatil die Mittelflüsse in den Fonds in den vergangenen Wochen waren – deutlich stärker als es die vergleichsweise ruhige Kursentwicklung vermuten lässt. Die annualisierte Volatilität des Anteilspreises über 30 Tage liegt bei lediglich 8,4 Prozent, was für einen Dividendenfonds mit internationaler Ausrichtung als moderat gilt.
Für Anleger bleibt die Kernfrage, ob die jüngsten Abflüsse ein einmaliger Effekt rund um Gewinnmitnahmen und die bevorstehende Ausschüttung sind oder ob sie einen breiteren Trend markieren. Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob sich das Fondsvolumen nach dem Ex-Tag am 2. September wieder stabilisiert.
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