Liebe Leserin, lieber Leser,
monatelang erwies sich die Aktie des Impfstoffentwicklers Valneva recht stabil. Sicherlich, von ihren Höchstständen aus dem Corona-Jahr 2021, als lange Zeit noch Hoffnung auf die Einführung eines COVID-19-Impfstoff bestand, waren die Papiere weit entfernt. Doch größere Abschläge blieben aus, bis an diesem Montag: Die Valneva-Aktie crashte um gut 40 Prozent, fiel am Vormittag von zuvor 4,49 bis auf 2,66 Euro – und hat sich bis zum Dienstagvormittag nicht wirklich erholt. Hintergrund des Kurseinbruchs war die Veröffentlichung einer Studie, die nur auf den ersten Blick einen Erfolg auswies – und die Analysten einmal mehr schlecht ausehen ließ.
Valneva meldet weniger Borreliose-Fälle als erwartet
Denn Valneva und Produktionspartner Pfizer gaben am Montag bekannt, dass der Impfstoffkandidat für LB6V (vormals VLA15) gegen Lyme Borreliose in der Phase-3-Studie VALOR „eine hohe Wirksamkeit zeigt“, wie es hieß. Die Ergebnisse für LB6V zeigten in den vorab festgelegten Analysen demnach eine Wirksamkeit von 73,2 Prozent ab 28 Tagen nach der vierten Dosis (Saison 2). Das klang zunächst gut.
Der Knackpunkt allerdings versteckte sich im zweiten Absatz der Mitteilung von Valneva: „Da über den Studienzeitraum weniger Borreliose-Fälle als erwartet auftraten, wurde das vorab festgelegte statistische Kriterium (Untergrenze des 95 %-Konfidenzintervalls >20) in der ersten spezifizierten Analyse (primärer Endpunkt) nicht erreicht“, wie man einräumte.
Pfizer Pfizer will dennoch Zulassung einreichen
Angesichts der klinisch bedeutsamen Wirksamkeit und der Tatsache, dass die Untergrenze des 95 %-Konfidenzintervalls in der zweiten Analyse über 20 lag, zeige sich Pfizer vom Potenzial des Impfstoffs dennoch überzeugt „und plant die Einreichung bei den Zulassungsbehörden“, so die Mitteilung.
- Bei den Anlegern hingegen zeigte diese an sich ermutigende Nachricht keinerlei positive Wirkung
- Mit einem Kurs von aktuell 2,90 Euro notiert die Valneva-Aktie auf dem tiefsten Stand seit April 2025
Valneva von „massivem Vertrauensverlust“ getroffen
Trotz der grundsätzlich positiven Effektivität reiche das Ergebnis der lang erwarteten Studie nicht aus, um die Märkte bezüglich Valneva zu beruhigen, vermutet man bei der Stuttgarter Zeitung. „Die Unsicherheit über die statistische Aussagekraft der Studie führte zu einem massiven Vertrauensverlust bei den Anlegern“, so die Analyse. Für Investoren stehe weniger das medizinische Potenzial als vielmehr die statistische Unsicherheit im Vordergrund.
Der Impfstoffkandidat VLA15 galt demnach als zentraler Wachstumstreiber für Valneva. „Ein klarer Erfolg hätte das Unternehmen strategisch neu positionieren können“, so der Bericht. Die nun entstandene Unsicherheit erschüttere jedoch das Vertrauen des Marktes und werfe Fragen zur weiteren Entwicklung auf. „Analysten hatten bereits im Vorfeld auf das hohe Risiko hingewiesen, das mit den Phase-3-Daten verbunden ist“, heißt es.
Fast alle Analysten rieten zuletzt zum Kauf
Das allerdings kann nicht unwidersprochen bleiben. Vielmehr hatte die Analystenmehrheit die Valneva-Aktie bis zuletzt zum Kauf empfohlen. Laut marketscreener.com waren dies sechs von sieben Beobachtern, lediglich einer riet zum Halten der Papiere. Entsprechend auch das anvisierte Kursziel:
- Dieses liegt demnach im Durchschnitt aktuell bei 6,95 Euro – und damit 150 Prozent über dem aktuellen Kursstand
- Besonders ein Haus hat sich völlig verschätzt – und noch im Januar den fairen Wert für Valneva weit höher angesetzt
Stifel hatte Valneva-Kursziel noch erhöht
Stifel, ein US-amerikanischer Finanzdienstleister, hatte das Kursziel für die Aktie damals sogar von 9,50 auf 10 Euro angehoben. Im Fokus: der Borreliose-Impfstoff VLA15, dessen entscheidende Studienergebnisse im ersten Halbjahr 2026 erwartet würden. Die Analysten beziffertenn die Erfolgschance laut aktiencheck damals auf 80 Prozent – „und sehen im positiven Szenario eine Kursverdreifachung“. Wie man sich irren kann.
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