Die Valneva-Aktie hat in den letzten Tagen einen sehr starken Rückschlag erlebt und musste an einem Tag ein Minus von rund 40 Prozent verkraften. Auslöser waren dabei nicht die Zahlen des Unternehmens, sondern der Phase-3-Readout des Impfstoffs.
Die Zahlen sind gut, doch die Story schwankt
Im Mittelpunkt stand der vollständige Jahresbericht 2025. Die Zahlen selbst liefern keine großen Überraschungen. Mit 174,7 Mio. € Umsatz liegt Valneva leicht über dem Vorjahr und im Rahmen der eigenen Prognose. Auffällig ist vor allem der Mix-Shift, weg von Drittumsätzen hin zu den eigenen Impfstoffen, die währungsbereinigt um rund 9 % gewachsen sind. Das zeigt, dass das Kerngeschäft stabil funktioniert.
Der massive Abverkauf am 23. März kam jedoch nicht aus dem Nichts, sondern aus genau dem Szenario, das Biotech-Investoren am meisten fürchten, kein klarer Erfolg, sondern ein „graues“ Ergebnis. Auslöser waren die Phase-3-Topline-Daten zum Lyme-Impfstoff VLA15 aus der VALOR-Studie. Auf den ersten Blick wirken die Zahlen stark, rund 73–75 % Wirksamkeit nach der vierten Dosis. Das ist klinisch absolut konkurrenzfähig und hätte in vielen Fällen für Euphorie gesorgt.
Der Markt hat jedoch nicht auf die Schlagzeile, sondern auf das Kleingedruckte geschaut und genau dort lag das Problem. Das primäre Studienziel war so definiert, dass die untere Grenze des 95%-Konfidenzintervalls über 20 % liegen muss. Tatsächlich lag sie bei 15,8 %. Damit wurde der Endpunkt formal verfehlt. Und genau das ist der entscheidende Punkt. Für Investoren ist das kein „fast geschafft“, sondern ein struktureller Bruch in der Investmentstory. Aus einem klaren Zulassungsfall wird plötzlich ein Diskussionsfall. Die Daten sind gut, aber nicht sauber genug, um regulatorisch ohne Fragezeichen durchzugehen.
Valneva-Aktie im Chart-Check
Im Chart befand sich die Aktie an der vorherigen Widerstandszone zwischen 5 und 5,4 Euro, die durch die vorherigen Hochs entstanden ist. Von dort aus ging es dann durch die News in einem starken Abverkauf unter die Unterstützungszone zwischen 3,4 und 3,6 Euro, die nun als Widerstand fungiert. Aktuell befindet sich der Kurs über einer Unterstützungszone zwischen 2,2 und 2,4 Euro und gleichzeitig unter der zuvor genannten Widerstandszone. Für den weiteren Verlauf wird es entscheidend sein, wie sich der Markt an den Tiefs und der Unterstützungszoneverhält. Hier könnte es wieder zu neuem Schwung kommen und zu einer Bewegung in Richtung der Widerstandszone, wobei ein Teil der Newskerze wieder aufgekauft werden könnte. Sollte die Aktie jedoch unter die Unterstützungszone fallen, dürfte weiterer Verkaufsdruck in den Markt kommen. Hier die Valneva-Aktie im Tageschart.
Den Link zu Tradingview und dem Chart findest du hier: https://www.tradingview.com/x/Zysx0jTo/
An den aktuellen Tiefs und der Unterstützungszone würde ich nach Long-Chancen suchen. Solange es der Kurs schafft, sich dort zu halten und kein weiterer Druck auf der Unterseite aufkommt, wäre das für mich eine Long-Chance.
Auf der Short-Seite würde ich aktuell nicht aktiv werden. Sollte es an der Widerstandszone zu Verkäufern kommen, könnte das kurzfristig interessant sein, ich würde mich jedoch weiterhin auf die Long-Seite fokussieren.
Ihr Konrad
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