Valneva schickt sein Management auf eine intensive Roadshow. Die Mission: Vertrauen zurückgewinnen. Der Impfstoffentwickler präsentiert sich heute auf dem virtuellen Oddo BHF Nextcap Forum. Die Ausgangslage ist brutal. Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 41 Prozent an Wert verloren.
Aktuell notiert der Titel bei 2,25 Euro. Das ist nur knapp über dem jüngsten 52-Wochen-Tief. Der Abstand zur langfristigen 200-Tage-Linie beträgt dramatische 39 Prozent.
Ein schwaches erstes Quartal belastet den Kurs schwer. Der Nettoverlust explodierte auf 32,1 Millionen Euro. Parallel dazu brach der Umsatz um 37 Prozent ein. Schwache Nachfrage nach Reiseimpfstoffen zwang das Management zur Korrektur der Jahresziele.
Valneva reagiert mit einem harten Sparkurs. Der Konzern streicht weltweit 10 bis 15 Prozent der Stellen. Die Betriebskosten sollen in diesem Jahr um bis zu ein Drittel sinken. Damit will das Management die Barreserven bis zur Zulassung des wichtigsten Hoffnungsträgers schonen.
Hoffnungsträger Borreliose
Im Zentrum der Investorengespräche steht der Borreliose-Impfstoff LB6V, den Valneva gemeinsam mit Pfizer entwickelt. Die Phase-3-Daten aus dem März zeigten eine Wirksamkeit von über 70 Prozent. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat bereits den Fast-Track-Status erteilt.
Nun plant Pfizer die Einreichung der Zulassungsunterlagen. Dieser Schritt liegt nicht mehr in Valnevas Hand, bleibt aber der wichtigste Kurstreiber.
Fortschritte abseits von Pfizer
Abseits der Borreliose sammelt Valneva kleinere Erfolge. Die brasilianische Behörde ANVISA genehmigte im Mai die lokale Produktion des Chikungunya-Impfstoffs. Ein lokales Institut übernimmt die Fertigung. Über 30.000 Erwachsene erhielten das Vakzin bereits in einer Pilotkampagne.
Für Mitte 2026 erwartet der Markt Daten zum Shigellose-Kandidaten S4V2. Fallen die laufenden Phase-2-Studien positiv aus, übernimmt Valneva die komplette Weiterentwicklung.
Der Juni bleibt für Aktionäre intensiv. Nach einer weiteren Konferenz am 24. Juni folgt einen Tag später die Hauptversammlung in Lyon. Dort fordert der Markt einen klaren Weg in die Profitabilität. Bis dahin ruhen alle Hoffnungen auf dem Zulassungsantrag von Pfizer.
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