Valneva-Aktie: Pfizer lässt sich nicht beirren!

Trotz statistischer Unsicherheiten in der Studie plant Pfizer die Zulassung des ersten Lyme-Borreliose-Impfstoffs, während Valnevas Aktienkurs massiv einbricht.

Auf einen Blick:
  • Aktie verliert fast 40 Prozent an Wert
  • Studie erreicht primären Endpunkt nicht
  • Pfizer beantragt trotzdem Zulassung
  • Potenzial als erster Lyme-Borreliose-Impfstoff

Mit den jüngsten Ergebnissen aus einer Phase-3-Studie zu einem Lyme-Boreliose-Impfstoff sorgte Valneva an den Märkten für eine dicke Enttäuschung. Die Aktie rutschte in dieser Woche um fast 40 Prozent in die Tiefe. Dabei waren die Ergebnisse im ersten Moment gar nicht schlecht. Die Wirksamkeit des Wirkstoffkandidaten mit dem klangvollen Namen PF-07307405 brachte es auf eine Wirksamkeit von mehr als 70 Prozent.

Allerdings gab es im Laufe der Studie eine unerwartet geringe Zahl von tatsächlichen Erkrankungen, was zu einem statistischen Makel führt. Die untere Grenze des Konfidenzintervalls lag bei lediglich 15,8 Prozent. Das bedeutet im Kern, dass die Wirksamkeit rechnerisch mindestens bei diesem Wert liegt, womöglich aber auch sehr viel höher.

Valnevas Partner geht voran

Für die Aktienmärkte sind letztlich nur verlässliche Werte interessant und auf Annahmen zur Wirksamkeit lässt man sich nicht ein. Valnevas Partner Pfizer allerdings lässt sich nicht weiter aus der Ruhe bringen. Das US-Unternehmen strebt einen Zulassungsantrag an, obschon ein statistischer Endpunkt in den Studien verfehlt wurde.

Valneva Aktie Chart

Für das Unternehmen bleibt das verlockend, weil es bisher noch keinen zugelassenen Impfstoff gegen Lyme-Borreliose gibt. Durch die fehlende Konkurrenz ergibt sich ein hochinteressanter Markt und die Aussicht auf ansehnliche Umsätze. Die Anleger scheinen aber weiterhin nicht überzeugt zu sein.

Valneva am Boden

Insbesondere die Valneva-Aktie wird hart abgestraft und gibt sämtliche Zugewinne seit dem vergangenen Sommer wieder aus der Hand. Der Wirkstoff galt als einer der größten Hoffnungsträger. Nun lässt sich wohl nur abwarten, wie die Behörden das Ganze einschätzen mögen. Der primäre Endpunkt wurde zwar verfehlt. Pfizer verweist jedoch auf eine zweite Analyse, bei der die untere Grenze knapp genommen werden konnte. Da es zudem keinen anderen Impfstoff gibt, könnten die Behörden eine Zulassung mit Auflagen durchwinken. Verlassen wollen die Anleger sich darauf aber offensichtlich nicht.

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