Valneva Aktie: Nantes-Verkauf für 6,2 Millionen Euro

Symbolbild, KI-generiert

Valneva meldet höhere Halbjahresverluste, bestätigt seine Jahresziele und treibt mit Pfizer die EMA-Prüfung des Lyme-Impfstoffs voran.

Auf einen Blick:
  • 204,36 Millionen Stimmrechte Ende August
  • Halbjahresverlust auf 63,3 Millionen Euro gestiegen
  • Jahresziele für Umsatz bekräftigt
  • TD Cowen startet Kaufempfehlung

Valneva hat zum Monatsende August eine Pflichtmitteilung zu Aktienzahl und Stimmrechten veröffentlicht. Demnach hielt der Impfstoffhersteller zum 31. August 189.771.237 Stammaktien und insgesamt 204.364.085 Stimmrechte einschließlich ausgesetzter Stimmrechte.

Ohne die ausgesetzten Stimmrechte ergeben sich 204.239.763 Stimmrechte, nachdem zwischen dem 1. und dem 21. August auf 831 Stammaktien doppelte Stimmrechte gewährt wurden. Solche Meldungen sind Routine, geben Anlegern aber Aufschluss über die Kapitalstruktur eines Unternehmens, das zuletzt mehrere strategische Weichen gestellt hat.

Bilanz und Jahresziele im Fokus

Im ersten Halbjahr 2026 weitete sich der Nettoverlust von Valneva auf 63,3 Millionen Euro aus. Trotz des höheren Verlusts bekräftigte das Unternehmen seine Jahresziele: Die Produktumsätze sollen zwischen 135 und 150 Millionen Euro liegen, der Gesamtumsatz zwischen 145 und 160 Millionen Euro.

Zur Stärkung der Liquidität hatte Valneva zudem eine vorläufige Vereinbarung zum Verkauf seines Standorts in Nantes an die Metropolregion Nantes über 6,2 Millionen Euro getroffen, deren Abschluss für September vorgesehen ist.

Parallel dazu bleibt die Entwicklung des Lyme-Impfstoffkandidaten PF-07307405 mit Pfizer im Blick der Anleger. Ende August hatte die europäische Arzneimittelbehörde EMA den Zulassungsantrag für das Präparat validiert und die Prüfung aufgenommen.

Pfizer übernimmt im Erfolgsfall die Herstellung und Vermarktung. Diese Aussicht stützt seit Wochen die Kursfantasie, auch wenn die Prüfung selbst Zeit braucht und kein unmittelbares Kursereignis mehr darstellt.

Kursbild bleibt volatil

Der Kurs der Valneva-Aktie zeigt sich zuletzt uneinheitlich. Zum Wochenschluss am Freitag notierte das Papier bei 2,98 Euro, nahezu unverändert zum Vortag. Auf Sicht von sieben Tagen steht ein Plus von 7,2 Prozent zu Buche, über 30 Tage sogar ein Zuwachs von 33 Prozent.

Seit Jahresbeginn liegt die Aktie dennoch mit 20 Prozent im Minus, auf Zwölfmonatssicht beträgt der Rückgang 21 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 5,34 Euro, erreicht am 1. Oktober 2025, trennen das Papier aktuell 44 Prozent – ein Hinweis darauf, dass die jüngste Erholung die Verluste des vergangenen Jahres bislang nicht kompensiert hat.

Die Volatilität bleibt mit 90 Prozent auf Jahressicht hoch, was die Aktie für spekulativ orientierte Anleger interessant, für konservativere Investoren aber riskant macht. Der relative Stärkeindex von 64,3 signalisiert eine gewisse Kaufneigung, ohne bereits in überkaufte Bereiche vorzudringen.

Analystenmeinungen bleiben gespalten

Das US-Analysehaus TD Cowen hatte Anfang September die Coverage für Valneva mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 12 US-Dollar aufgenommen. Medienberichten zufolge stand dem zu diesem Zeitpunkt die Einschätzung anderer Häuser mit Verkaufsempfehlungen gegenüber, der Analystenkonsens blieb bei „Halten“.

An der Nasdaq handelte die Aktie zuletzt in dieser Woche zeitweise um 6,67 US-Dollar nach einem Schlusskurs von 6,30 US-Dollar, nachdem zuvor schwächer als erwartete Quartalszahlen veröffentlicht worden waren – ein Kursniveau, das sich aufgrund der unterschiedlichen Notierungsplätze nicht direkt mit dem Euro-Kurs im deutschen Handel vergleichen lässt.

Für Anleger bleibt die Gemengelage komplex: Auf der einen Seite stehen fortschreitende Kostensenkungsmaßnahmen wie der Immobilienverkauf in Nantes und die laufende EMA-Prüfung des Lyme-Impfstoffs, auf der anderen Seite ein wachsender Verlust und eine gespaltene Analystenmeinung.

Die neue Stimmrechtsmitteilung selbst liefert keine neuen operativen Impulse, dokumentiert aber die aktuelle Kapitalstruktur, an der sich künftige Kapitalmaßnahmen orientieren dürften.

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