Die Aktie von Valneva ist gestern um 2,1 Prozent auf 2,52 Euro gefallen. Auslöser der jüngsten Kursverluste ist eine behördliche Entscheidung im Vereinigten Königreich. Die dortige Aufsichtsbehörde Medicines and Healthcare products Regulatory Agency (MHRA) entzog dem Impfstoff IXCHIQ die Marktzulassung. Vorausgegangen war eine Überprüfung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses durch die Commission on Human Medicines.
Keine neuen Sicherheitssignale und begrenzter Umsatzbeitrag
Valneva stellte klar, dass der Beschluss der britischen Regulierungsbehörde auf bereits zuvor bekannten Sicherheitsdaten beruht. Ein neu identifiziertes Sicherheitssignal habe im Rahmen der behördlichen Überprüfung nicht vorgelegen. Das Unternehmen kündigte an, keine Rechtsmittel gegen den Widerruf der Zulassung einzulegen.
Zugleich stufte das Unternehmen die finanziellen Auswirkungen auf das Gesamtgeschäft als gering ein. Der Impfstoffhersteller erwartet weder Aufwendungen für einen Produktrückruf noch wesentliche Belastungen für den Gesamtumsatz. Medienberichten zufolge, die sich auf Dow Jones berufen, hatte Valneva den aktiven Vertrieb von IXCHIQ im Vereinigten Königreich wegen einer geringen Nachfrage unter Reisenden ohnehin bereits eingestellt.
Zudem betonte das Unternehmen, dass die Genehmigungen in anderen Regionen unberührt bleiben. Die behördlichen Zulassungen für den Impfstoff in der Europäischen Union, in Kanada, in Brasilien sowie in weiteren Vertriebsmärkten behalten weiterhin ihre Gültigkeit.
Kursreaktion und gesellschaftsrechtliche Struktur
Am Markt hatte die behördliche Mitteilung am Mittwoch dennoch für Verunsicherung gesorgt. Nach Bekanntwerden der Entscheidung gaben die Hinterlegungsscheine des Unternehmens im nachbörslichen Handel um 6,5 Prozent nach. Dieser Druck setzte sich am gestrigen Handelstag an den europäischen Handelsplätzen fort.
Auf gesellschaftsrechtlicher Ebene legte das Biotech-Unternehmen am Montag den aktuellen Stand seiner Stimmrechte offen. Zum Stichtag am 30. September 2026 wies Valneva insgesamt 189.771.237 Stammaktien aus. Die Gesamtzahl der Stimmrechte belief sich einschließlich ruhender Anteile auf 204.365.399, während ohne die ruhenden Rechte 204.241.077 Stimmrechte gemeldet wurden.
Einordnung in das operative Gesamtbild
Für Valneva markiert der britische Entscheid zwar einen Rückschlag bei der regionalen Vermarktung, ändert jedoch nichts an den wesentlichen Projekten der Pipeline. Vor rund einem Monat hatte die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA den Zulassungsantrag für den Borreliose-Impfstoff validiert.
Im selben Zeitraum vor rund einem Monat vollzog das Biotech-Unternehmen den Abschluss für den Standortverkauf in Nantes. Die Vorlage der Halbjahresergebnisse von Valneva fand vor über einem Monat statt.
Mit dem Verzicht auf Rechtsmittel gegen die britische Behörde und den fortbestehenden Genehmigungen in den Hauptmärkten konzentriert sich das Unternehmen auf seine verbleibenden internationalen Zulassungspositionen.
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