Valneva hat eine Pflichtmitteilung zu Aktien und Stimmrechten veröffentlicht. Zum 31. August wies der Impfstoffhersteller 189.771.237 Stammaktien und 204.364.085 Stimmrechte aus, darin enthalten sind auch ausgesetzte Stimmrechte. Zwischen 1. und 21. August wurden zudem doppelte Stimmrechte für 831 Stammaktien eingetragen.
Solche Meldungen sind reine Transparenzpflichten und lösen für sich genommen keine Kursbewegung aus. Sie fallen bei Valneva jedoch in eine Phase, in der das Unternehmen gleich an mehreren Fronten unter Beobachtung steht: bei der Regulatorik seines Lyme-Impfstoffs, bei der finanziellen Entwicklung und bei der Einschätzung durch Analysten.
Regulatorische Fortschritte bei Lyme-Borreliose und Shigella
Der Impfstoffkandidat gegen Lyme-Borreliose, den Valneva gemeinsam mit Pfizer entwickelt, hat mittlerweile einen Zulassungsantrag bei der Europäischen Arzneimittelbehörde durchlaufen.
Das Unternehmen rechnet mit einer regulatorischen Entscheidung innerhalb der kommenden zwölf Monate. Der Antrag markiert einen wichtigen Meilenstein für das Partnerprogramm, dessen kommerzielles Potenzial für Valnevas mittelfristige Umsatzentwicklung als bedeutsam gilt.
Parallel dazu treibt Valneva sein Shigella-Programm voran. Für das dritte Quartal erwartet das Management Ergebnisse aus einer Phase-II-Sicherheitsstudie an Säuglingen sowie aus einer Human-Challenge-Studie. Beide Studien sollen zeigen, ob der Impfstoffkandidat gegen die bakterielle Ruhrerkrankung das nötige Sicherheits- und Wirksamkeitsprofil für die weitere Entwicklung mitbringt.
Zahlen zeigen tiefroten Halbjahresverlust
Finanziell bleibt die Lage angespannt. Für das erste Halbjahr wies Valneva einen Nettoverlust von 63,3 Millionen Euro aus. Das Management bekräftigte dennoch die Jahresprognose: Die Produktumsätze sollen zwischen 135 und 150 Millionen Euro liegen, der Gesamtumsatz zwischen 145 und 160 Millionen Euro.
Medienberichten zufolge verfehlte das jüngste Quartal die Erwartungen deutlich – der Verlust je Aktie lag bei 0,40 US-Dollar gegenüber einem erwarteten Minus von 0,19 US-Dollar, der Umsatz bei 39,37 Millionen US-Dollar gegenüber prognostizierten 44,17 Millionen US-Dollar.
Diese Verfehlung erklärt zum Teil die zurückhaltende Reaktion einzelner Analysten. First Berlin senkte sein Kursziel Ende August von 4,50 auf 4,40 Euro und begründete dies mit schwächeren Gewinnprognosen für 2026 sowie einer gestiegenen Nettoverschuldung, hielt jedoch an seiner Kaufempfehlung fest.
Kurz zuvor hatte TD Cowen die Coverage für Valneva mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 12 US-Dollar aufgenommen – ein deutlich optimistischerer Blick, der auf das langfristige Potenzial der Pipeline setzt.
Kursreaktion bleibt verhalten
Am Markt kommt die Nachrichtenlage bislang durchwachsen an. Die Aktie notiert aktuell bei 2,92 Euro und büßt am heutigen Handelstag 1,9 Prozent ein. Damit bleibt das Papier deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 5,34 Euro vom 1. Oktober, das rund 45 Prozent über dem aktuellen Niveau liegt.
Anleger dürften die anstehenden regulatorischen Entscheidungen zum Lyme-Impfstoff und die Studienergebnisse zu Shigella als nächste kursrelevante Ereignisse im Blick behalten.
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