Valneva schiebt IXCHIQ in Brasilien in die Praxis – und das ausgerechnet kurz nach dem freiwilligen Rückzug der US-Zulassungsanträge. Das sorgt für eine klare Verschiebung der Aufmerksamkeit weg vom blockierten US-Markt hin zu einem Land, in dem Chikungunya besonders relevant ist. Doch wie viel Signal steckt in dieser Pilot-Impfkampagne wirklich?
Pilotprogramm: Weg in den Alltagstest
Am 3. Februar starteten Valneva und das Instituto Butantan in Brasilien eine Pilot-Impfstrategie (PVS) in zehn ausgewählten Gemeinden. Die Auswahl erfolgte laut Unternehmen nach epidemiologischen und operativen Kriterien.
Der Kernpunkt: Das Programm soll als Grundlage für Post-Marketing-Studien dienen. Damit geht es weniger um eine neue Zulassung, sondern um Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit unter realen Bedingungen. Über den Partner Instituto Butantan will Valneva zudem bis zu 500.000 Dosen an das brasilianische Gesundheitsministerium spenden.
Wichtige Eckdaten im Überblick:
– Start der Pilot-Impfstrategie: 3. Februar 2026
– Umfang: 10 Gemeinden in Brasilien
– Spende: bis zu 500.000 Dosen an das Gesundheitsministerium
– Zielgruppe: Erwachsene von 18 bis 59 Jahren
– Ziel-Impfquote: 20 bis 40% der Zielpopulation
– Status in Brasilien: ANVISA-Zulassung seit April 2025 (ab 18 Jahren)
US-Rückzug bleibt der Schatten
Erst am 19. Januar hatte Valneva mitgeteilt, die BLA- und IND-Anträge für IXCHIQ in den USA freiwillig zurückzuziehen. Zuvor hatte die FDA die Lizenz im August 2025 ausgesetzt und den IND auf „Clinical Hold“ gesetzt. Hintergrund war ein außerhalb der USA gemeldetes schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis bei einem jüngeren Erwachsenen, der drei Impfstoffe gleichzeitig erhalten hatte – darunter IXCHIQ. Eine kausale Verbindung wurde dabei nicht abschließend festgestellt.
Damit bleibt die Lage in den USA vorerst festgefahren. Umso wichtiger wirkt aus Unternehmenssicht jeder Schritt, der IXCHIQ in anderen Märkten in Richtung breitere Anwendung bringt.
Zulassungen und Krankheitsdruck: Brasilien als Schlüsselmarkt
IXCHIQ ist weiterhin in mehreren Regionen zugelassen, darunter Europa (EMA), Kanada (Autorisierung seit August 2025), das Vereinigte Königreich sowie Brasilien. Und genau dort ist der medizinische Bedarf hoch: Brasilien meldete zwischen Januar 2019 und Juli 2024 über eine Million Chikungunya-Fälle. Allein 2024 waren es 263.502 Fälle mit 246 Todesfällen. Auch die WHO hat dringende Maßnahmen gefordert, um eine potenziell große Epidemie zu verhindern.
An der Börse zeigt sich der Titel zuletzt wacklig: Heute notiert die Aktie bei 3,95 Euro und liegt damit praktisch auf Höhe des 50-Tage-Durchschnitts (3,96 Euro). Auffällig ist der sehr niedrige RSI von 18,9, der auf eine stark überverkaufte Situation hindeutet.
Am 1. März 2026 legt Valneva die Geschäftsergebnisse 2025 vor – der nächste Termin, an dem der Markt die strategische Einordnung rund um IXCHIQ und die regionale Umsetzung konkreter messen dürfte.
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