Die Zahlen von Valneva für 2025 lesen sich wie ein Drahtseilakt. Der Umsatz kletterte minimal auf 174,7 Millionen Euro, während der Nettoverlust auf satte 115,2 Millionen Euro hochschoss. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es nur 12,2 Millionen Euro Miese. Der Grund? 2024 hatte Valneva noch vom Verkauf eines Priority Review Vouchers profitiert, der 90,8 Millionen Euro in die Kasse spülte.
Immerhin zeigt sich beim operativen Cashburn eine positive Entwicklung. Der sank von 67,2 Millionen Euro auf 52,9 Millionen Euro. Die Liquidität liegt bei 109,7 Millionen Euro, was angesichts der laufenden Kosten durchaus knapp bemessen ist. Für 2026 rechnet das Management mit Umsätzen zwischen 155 und 170 Millionen Euro, also einem Rückgang. Das liegt am geplanten Auslaufen des Drittanbieter-Geschäfts.
Valneva SE Aktie Chart
Die Borreliose-Karte wird jetzt ausgespielt
Jetzt kommt der entscheidende Moment. In der ersten Jahreshälfte 2026 werden die Phase-3-Ergebnisse für VLA15 erwartet, den Borreliose-Impfstoff, den Valneva zusammen mit Pfizer entwickelt. Das ist der fortschrittlichste Impfstoffkandidat gegen Borreliose weltweit. Bei positiven Daten würde Pfizer noch 2026 die Zulassungsanträge in den USA und Europa einreichen.
Für Valneva stehen dabei 143 Millionen Euro an initialen Meilensteinzahlungen auf dem Spiel, plus Lizenzgebühren zwischen 14 und 22 Prozent auf die Verkäufe. Zusätzlich winken bis zu 100 Millionen Euro an umsatzbasierten Meilensteinen. Das wäre der vierte erfolgreich entwickelte Impfstoff des Unternehmens und würde die Finanzlage komplett verändern.
Die nächsten Monate werden zeigen, ob Valneva den Sprung schafft. Das Unternehmen hat bewiesen, dass es Impfstoffe zur Zulassung bringen kann. Mit IXIARO, DUKORAL und IXCHIQ hat man drei kommerzielle Produkte im Portfolio. Jetzt muss die Borreliose-Studie liefern. Gelingt das, steht Valneva vor einem Wendepunkt. Scheitert sie, wird es eng.
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