Valneva steckt in einer schwierigen Phase. Der Aktienkurs des Impfstoff-Spezialisten notiert bei 2,13 Euro und damit nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 2,12 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier fast die Hälfte seines Wertes verloren, ein Minus von 42,68 Prozent.
Vor diesem Kursverfall meldete das Unternehmen zum 30. Juni die aktuelle Zahl der Aktien und Stimmrechte. Diese Mitteilung vom 2. Juli ist eine reguläre Pflichtangabe. Sie gibt Aktionären Einblick in die Kapitalstruktur, ändert aber nichts an der operativen Lage.
Hauptversammlung billigt Sitzverlegung
Die Meldung folgt auf die Hauptversammlung vom 25. Juni. Die Aktionäre stimmten allen Vorschlägen des Vorstands zu. Dazu zählten die Genehmigung der Bilanz 2025 und die Verlängerung von Kapitalermächtigungen.
Ein weiterer Beschluss betraf die Verlegung des Firmensitzes nach Lyon. Solche Verwaltungsentscheidungen wirken sich normalerweise kaum auf den Kurs aus. Der eigentliche Druck auf die Aktie kommt aus einer anderen Richtung.
Lyme-Impfstoff verfehlt Studienziel
Im März hatte Valneva gemeinsam mit Partner Pfizer die Ergebnisse der Phase-3-Studie VALOR vorgelegt. Der Impfstoffkandidat gegen Borreliose zeigte bei Menschen ab fünf Jahren eine Wirksamkeit von über 70 Prozent. Der primäre Endpunkt der Studie wurde dennoch nicht statistisch signifikant erreicht.
Grund dafür waren weniger Borreliose-Fälle als erwartet. Pfizer bekräftigte trotzdem sein Vertrauen in das Produkt und plant, Zulassungsanträge bei den Behörden einzureichen. Valneva treibt daneben weitere Projekte voran, darunter den nach eigenen Angaben am weitesten entwickelten Impfstoffkandidaten gegen Shigellen weltweit.
Die Geschäftszahlen bieten bislang wenig Gegengewicht zur schwachen Kursentwicklung. Im ersten Quartal erzielte Valneva einen Produktumsatz von 30,5 Millionen Euro. Das Unternehmen kommt aktuell auf eine Marktkapitalisierung von 440 Millionen Euro.
Der Kurs bewegt sich derzeit rund 38 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 3,41 Euro. Diese Distanz zeigt: Die Talfahrt der vergangenen Monate war kein kurzfristiger Ausrutscher, sondern ein anhaltender Trend. Ob die Zulassungsverfahren für den Lyme-Impfstoff neue Impulse liefern, hängt von den weiteren Schritten bei Pfizer und den Regulierungsbehörden ab.
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