Valneva plant einen Stellenabbau und senkt die Umsatzziele. Reiseimpfstoffe verkaufen sich deutlich schlechter als erwartet. Die Aktie reagiert kaum auf diese Hiobsbotschaften. Der Grund liegt in der vielversprechenden Entwicklungspipeline.
Umsatzschwund und harter Sparkurs
Im ersten Quartal brachen die Produktverkäufe um 37,2 Prozent ein. Valneva nahm lediglich 30,9 Millionen Euro ein. Geopolitische Spannungen bremsen die Nachfrage nach Reiseimpfstoffen weltweit.
Das Management reagiert mit einem harten Sparkurs. Der Konzern plant den Abbau von zehn bis 15 Prozent der weltweiten Stellen. Die operativen Kosten sollen so massiv sinken.
Parallel dazu passt Valneva die Jahresziele an. Die Umsatzprognose für 2026 fällt auf eine Spanne von 135 bis 150 Millionen Euro.
Analysten und Aktienkurs
Analyst Simon Scholes von First Berlin Equity Research zieht Konsequenzen. Er senkt das Kursziel von 4,80 Euro auf 4,50 Euro. Die Kaufempfehlung bleibt bestehen. Andere Marktbeobachter äußern sich deutlich skeptischer.
An der Börse spiegelt sich die angespannte Lage wider. Die Aktie notiert aktuell bei 2,46 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier knapp 36 Prozent an Wert verloren.
Damit bewegt sich der Kurs nah am jüngsten Tief von 2,25 Euro. Der Abstand zur 200-Tage-Linie beträgt mehr als 35 Prozent. Die Folge: ein intakter Abwärtstrend.
Hoffnungsträger Borreliose
Ein möglicher Ausweg liegt in der klinischen Pipeline. Valneva entwickelt gemeinsam mit Pfizer den Borreliose-Impfstoffkandidaten LB6V. Das Projekt nähert sich einer entscheidenden regulatorischen Hürde.
Pfizer bereitet derzeit den Zulassungsantrag bei der US-Gesundheitsbehörde FDA vor. Analysten schätzen die Erfolgschancen gut ein. Einige Modelle beziffern die Chance auf eine Zulassung auf 67 Prozent.
Der Erfolg des Sparkurses muss sich in der zweiten Jahreshälfte in den Bilanzen zeigen. Derweil entscheidet der FDA-Antrag von Pfizer über die langfristige Perspektive von Valneva.
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