Valneva Aktie: 32,1 Millionen Euro Verlust

Valneva senkt Prognose und baut Stellen ab, während der Lyme-Impfstoff LB6V als entscheidender Hoffnungsträger für 2027 gilt.

Auf einen Blick:
  • Umsatzprognose für Produktverkäufe gesenkt
  • Stellenabbau von bis zu 15 Prozent geplant
  • Lyme-Impfstoff LB6V zeigt hohe Wirksamkeit
  • Kurs nahe 52-Wochen-Tief unter Druck

Knapp über dem Jahrestief, fast 55 Prozent unter dem August-Hoch — Valneva steckt in einer schwierigen Phase. Der Kurs schloss am Freitag bei 2,33 Euro, ein Wochenverlust von gut elf Prozent. Jetzt stehen Investorenkonferenzen an, auf denen das Management Antworten liefern muss.

Reisevakzine unter Druck

Das erste Quartal 2026 war hart. Der Nettoverlust weitete sich auf 32,1 Millionen Euro aus — nach 9,2 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Gesamtumsatz fiel auf 30,9 Millionen Euro, von 49,2 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

Das Reiseimpfstoff-Geschäft trug die Last. IXIARO/JESPECT erlöste 20,2 Millionen Euro, DUKORAL kam auf 8,6 Millionen Euro. Der neu eingeführte IXCHIQ steuerte lediglich 1,6 Millionen Euro bei. Als Ursachen nennt das Management geopolitische Faktoren, die die Nachfrage in wichtigen Märkten dämpfen — dazu kommen geplante Rückgänge im Drittparteigeschäft und verschobene Lieferungen an das US-Verteidigungsministerium.

Die Folge: Valneva senkte die Umsatzprognose für Produktverkäufe auf 135 bis 150 Millionen Euro. Zuvor lautete die Spanne 145 bis 160 Millionen Euro. Die Gesamtumsatzguidance bleibt bei 145 bis 160 Millionen Euro, gestützt durch unveränderte sonstige Erlöse.

Stellenabbau als Brücke zum Lyme-Impfstoff

Valneva reagiert mit einem weiteren Restrukturierungsprogramm. Die globale Belegschaft soll um zehn bis 15 Prozent schrumpfen. Zusammen mit anderen Maßnahmen plant das Unternehmen, die operativen Kosten 2026 um 25 bis 35 Prozent gegenüber 2025 zu senken.

Das Ziel dahinter ist klar: Die Liquidität soll bis zu einer möglichen Zulassung des Lyme-Impfstoffs reichen. Management und Investoren wetten auf LB6V — den einzigen Lyme-Impfstoffkandidaten, der sich derzeit in der späten klinischen Entwicklung befindet.

LB6V als zentrales Argument

Im März 2026 veröffentlichten Valneva und Pfizer die Topline-Ergebnisse der Phase-3-Studie VALOR. LB6V zeigte eine Wirksamkeit von mehr als 70 Prozent bei Personen ab fünf Jahren. Das Sicherheitsprofil war unauffällig. Die FDA hat dem Kandidaten den Fast-Track-Status verliehen.

Pfizer plant nun die Einreichung bei den Zulassungsbehörden. Valneva erwartet die regulatorischen Anträge im Herbst 2026 — ein möglicher Marktstart könnte 2027 folgen.

Technisches Bild bleibt angespannt

Der Kurs liegt knapp neun Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 2,13 Euro. Beide gleitenden Durchschnitte — der 50-Tage-Schnitt bei 2,55 Euro und der 200-Tage-Schnitt bei 3,74 Euro — liegen deutlich über dem aktuellen Niveau. Der RSI von 38,3 zeigt anhaltenden Verkaufsdruck, ohne klassisch überverkauft zu sein.

Zwölf Analysten beobachten die Aktie. Ihr durchschnittliches Kursziel liegt bei 6,16 Euro — fast das Dreifache des aktuellen Kurses. Diese Lücke spiegelt wider, wie viel von LB6V abhängt.

Beim Oddo BHF Nextcap Forum am 12. Juni und der BNP Paribas SMID Cap Conference am 24. Juni in Paris hat das Management die Chance, den Investorenkalender zu nutzen. Konkrete Aussagen zur Lyme-Einreichung und zur Entwicklung der Reiseimpfstoffnachfrage werden die Stimmung kurzfristig stärker bewegen als jede technische Marke.

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